LUXEMBURG
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RELIS-Bericht 2019 gibt Einblick in Drogenkonsum und Risiken

In den Jahren 2017 und 2018 ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Luxemburg im Vergleich zur Periode zwischen 2014 und 2016 merkbar zurückgegangen. Das geht aus dem 2019er Synthesebericht RELIS (Réseau National d’Information sur les Stupéfiants et les Toxicomanies) hervor. Dem Drogenbericht zufolge wurden 2018 vier Fälle beobachtet. In den Jahren zuvor hatten die Behörden einen besorgniserregenden Anstieg der Infektionen mit dem HIV-Virus festgestellt (21 Fälle im Jahr 2016), was zum Teil auf den Kokain-Konsum zurückzuführen war.

Einen leichten Rückgang sieht der Bericht bei den Infektionen mit Hepatitis C unter Nutzern von Injektionsdrogen. Eine Entwarnung gibt der Bericht an dieser Stelle aber nicht. Die Prävalenzrate bleibe mit 61,3 Prozent hoch. Vier Personen starben 2018 an einer Überdosis.

Aus dem Bericht geht weiter hervor, dass mehr Drogenabhängige inhalieren, statt sich eine Nadel zu setzen. 51 Prozent der Nutzer von überwachten Drogenkonsumräumen konsumieren inzwischen über die Inhalation. Diese Methode des Konsums ist weniger risikobehaftet.

Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass etwa 2.250 Personen im Großherzogtum Drogen mit hohem Risiko aus illegalen Quellen zu sich nehmen. In einer langfristigen Perspektive ist diese Prävalenzrate von etwa neun Nutzern pro 1.000 Einwohner im Jahr 2000 auf 5,8 gesunken. Mit Blick auf noch nicht veröffentlichte partielle Forschungsdaten für 2018 „scheint sich dieser Trend zum Rückgang zu bestätigen“.

Rekordmenge an Kokain beschlagnahmt

Der Bericht bestätigt den Trend der vergangenen Jahre, demzufolge sich Kokain immer stärker ausbreitet. Das schlägt sich auch in den Beschlagnahmungen nieder. 2018 konnte eine Rekordmenge von fast 347 kg konfisziert werden. Der Bericht hält fest, dass die Qualität der Ware steige, der Preis hingegen falle.

Häufigste beschlagnahmte Droge bleibt aber Cannabis, dessen durchschnittliche THC-Konzentration von etwa elf Prozent in 2010 auf 16 Prozent in 2018 gestiegen ist.