LUXEMBURG
JEFF KARIER

42 Prozent der Abfälle laut Bericht des „Service d’hygiène“ recycelt

Aus den Augen aus dem Sinn: Wenn es um Müll geht, machen sich die wenigsten Gedanken, was damit passiert, sobald ihn die Müllabfuhr abgeholt hat. Dabei ist die Wiederverwertung von Müll interessant, auch für den normalen Bürger. „Wir sind auf die Mithilfe der Bürger der Stadt Luxemburg angewiesen“, erklärte die Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, Lydie Polfer auf der gestrigen Pressekonferenz. Das beginnt schon damit, dass jeder seinen Müll nicht wahllos auf den Boden wirft, sondern in die jeweilige Mülltonne. Die Trennung des Mülls ist wichtig fürs Recycling.

Um den fachgerechten Umgang mit dem Müll kümmern sich insgesamt 312 Personen bei der Stadt Luxemburg. Dazu zählen nicht nur das Leeren der Mülltonnen vor der Haustür und die Straßenreinigung, sondern auch die Arbeit im Recyclingcenter.

Es wird immer mehr recycelt

In der Stadt Luxemburg leben mittlerweile um die 107.000 Personen, allerdings kommen unter der Woche nochmal fast genau so viele zum Arbeiten in die Stadt. Es ist daher überraschend zu sehen, dass die Menge an Müll nicht steigt, sondern sogar abnimmt. Waren es 2012 noch mehr als 70.000 Tonnen Müll, wurden 2014 nur noch 63.068 Tonnen Müll von dem „Service d’hygiène“ gesammelt. Davon wurden 38.588 Tonnen verbrannt und 24.480 Tonnen recycelt. Das sind 42 Prozent des Mülls; mehr als in der Vergangenheit.

Einige schwarze Schafe

Schöffin Vivian Loschetter bedauert, dass immer wieder Personen, die es mit dem korrekten Entsorgen von Müll nicht so genau nehmen, oder ihn einfach liegen lassen. So wird zum Beispiel immer wieder Müll in die Container für Altglas und Papier geworfen, der dort nicht hingehört. Oder die Stadt muss alte Waschmaschinen, Fernsehgeräte und Säcke mit Müll vor den Container einsammeln, die als wilde Kippen dienen. So kamen vergangenes Jahr 342 Tonnen unsachgemäß entsorgter Müll zusammen. Außerdem lassen die Besitzer von Hunden deren Kot oft einfach liegen, anstatt eine der vorgesehenen Tüten, die es in der Stadt gibt, zu nutzen.

Bewusstsein der Öffentlichkeit erhöhen

Für Juli sind einige Aktionen geplant, die der Bevölkerung der Stadt Luxemburg vor Augen führen sollen, wie die Arbeit der Mitarbeiter des „Service d’hygiène“ aussieht. Eine dieser Aktionen ist das Sammeln von Müll auf der „Kinegswiss“, die dafür bekannt ist, dass sie oft zugemüllt wird. Loschetter plant, dass die Bürger diese Aufgaben übernehmen.

Die Stadt will den Zugang zum Recyclingcenter nur noch Bürgern aus der Stadt Luxemburg und Strassen ermöglichen. Hierzu wird eine Zugangskarte eingeführt, die die Schranke freigibt.