LUXEMBURG
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1.875 Hektar Luxemburger Wingert sind gegen Frost- und Hagelschaden versichert

Nach einem nassen und milden Winter startete das Frühjahr 2018 zunächst zögerlich mit einem ungewöhnlich kühlen und winterlichen Monat März. Im darauffolgenden Monat April meldete sich dann abrupt das Frühjahr und zeitweise hatte man das Gefühl, letzteres sei direkt zugunsten des Sommers übersprungen worden. An mehreren Tagen im April überstiegen die Maximaltemperaturen in der Tat die 25 Grad-Marke! Da verwunderte es nicht, dass der Austrieb zügig und problemlos mit einem Vorsprung von zehn Tagen auf den langjährigen Mittelwert erfolgte.“ So führt das Weinbauinstitut in seine aktuelle Broschüre „Das Weinjahr“ ein. 2018 musste vor allem mit der Trockenheit gekämpft werden, was zu gewissen Mengeneinbußen und sogenanntem „Wasserstress in jüngeren Rebanlagen“ führte. Die geschätzte Erntemenge von 110.000 Hektoliter war etwas unter dem zehnjährigen Mittelwert von 120.000 Hektolitern.

Doch auch Frost und Hagel machen den Winzern oft zu schaffen. Eine Thematik, mit der sich aktuell etliche Politiker wie der DP-Abgeordnete Gilles Baum in einer parlamentarischen Anfrage an den Landwirtschaftsminister beschäftigen. Baum fragt genauere Details zu den Daten und Orten der Schadensereignisse an - sind doch diese Arten von Schäden besonders im Obst- und Weinbau sehr gefürchtet.

Am 5. Mai 2011 erhebliche Frostschäden

Was die durchschnittliche Schadensbilanz anbelangt, so ist von Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) zu erfahren, dass die national gesehen zwischen 30 und 50 Prozent liege. Es wird aus dem Landwirtschaftsministerium präzisiert, dass es beispielsweise - mit Blick auf die letzten zehn Jahre - am 5. Mai 2011 zu einem Schaden von 70 Prozent durch Frost in den Weinbergen im Bereich von Erpeldingen, Niederdonven, Mertert und auch Bous kam

Auch verheerend war der 25. April im Jahr 2016. Wie es aus dem Ministerium heißt, kam es hier zu einem Frostschaden von 50 bis 80 Prozent auf einer Fläche von 350 Hektar. Aktuell, so das Ministerium, war der 5. April 2019 katastrophal, wo Schäden zwischen 20 und 100 Prozent in fast allen Luxemburger Weinbergen aufgeführt werden. „Dies seien Schäden, wie man sie noch vom 21. und 24. April 1991 kennen würde“, wie es von Schneider heißt.

Was die Hagelschäden anbelangt, führt der Minister hier unter anderem den 28. Mai 2017 an, wo es im Bereich Bech-Kleinmacher und Remich zu erheblichen Schäden gekommen sei.

Versicherungszuschuss von 65 Prozent vom Staat

Wie Schneider betont, bestehe die Möglichkeit, dass sich Winzer gegen diese Art von Schäden versichern können. Von 1.250 Hektar Produktionsflächen seien aktuell 815 gegen Frost und 1.060 gegen Hagel versicherungstechnisch abgedeckt. 82 der 294 Produzenten hätten somit eine Frost- und 72 eine Hagelversicherung abgeschlossen.

Was hier nun einen möglichen Schadensersatz anbelangt, fragt Baum im Ministerium nach, ob es von staatlicher Seite entsprechende Töpfe gebe, die von den Winzern angezapft werden könnten. Im Hinblick auf die Chance der Versicherung, „die vom Staat immerhin mit 65 Prozent getragen wird“, gebe es so keine weiteren staatlichen finanziellen Hilfen, wie Schneider abschließen ausführt, was er in einer diesbezüglichen weiteren Anfrage der CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch, Octavie Modert und Léon Gloden bestätigt.