LUXEMBURG
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Frisch geborene Kälber angefressen - Politik hinterfragt Lage der Tierhalter bei Ministerien

Laut Informationen der CSV-Abgeordneten Martine Hansen sei es in jüngster Vergangenheit erneut zu vermehrten Fällen, in denen frischgeborene Kälber bei lebendigem Leib vermutlich von Füchsen angefressen wurden und in Folge dessen verstorben oder vom Tierarzt eingeschläfert werden mussten. Bereits im Oktober 2016 hatte sie solche Vorfälle thematisiert und möchte nun aus den zuständigen Ministerien den Stand der Dinge erfahren, inklusive Zahlen - auch zu einer möglichen Evolution des Fuchsbestandes in den letzten Jahren.

Auch stellt Hansen fest, dass Weidehaltung im Sinne der artgerechten Haltung von Nutztieren sicherlich zu begrüßen sei, doch das stelle auf der anderen Seite, „bedingt durch die vorherrschende Fuchspopulation“, ein erhöhtes Risiko für die Nutztiere dar. „Welche Maßnahmen sieht die Regierung zur Reduzierung dieser Gefahren?“, möchte Hansen ferner wissen. Darüber hinaus, ob die Ministerien bereit seien, landwirtschaftlichen Betrieben Entschädigungen für die erlittenen Verluste im Viehbestand zu bezahlen.

Die Veterinärverwaltung erhalte regelmäßig Informationen über angefressene Kälber seitens der Landwirte oder auch der Tierarzte, die zur Behandlung von Wunden an Kälbern gerufen würden, heißt es in der ministeriellen Antwort.

Seit Anfang 2016 würden die Vorfälle bei der Veterinärverwaltung gemeldet. Seit diesem Datum seien 30 Vorfälle registriert worden. Man unterscheidet bei diesen Fällen zwischen angefressenen Kadavern, bei denen nicht immer festzustellen sei, ob die Wunden zum Tod geführt hätten oder ob die Fuchsattacke sich post mortem abgespielt hat. Hinzu kommen die Erfassungen mehr oder weniger schwer verwundeter Kälber, die durch den Tierarzt getötet wurden.

Bei einigen noch lebenden Kälbern wurden DNA-Proben genommen und bei allen Untersuchungen wurde Fuchs-DNA nachgewiesen, heißt es in der Antwort. Bei der Natur-und Forstverwaltung (ANF) seien so 2017 und 2018 insgesamt zehn Meldungen von Angriffen auf Kälber telefonisch oder über Email eingegangen. Die Fälle wurden von Landwirten oder den betreuenden Veterinären an die ANF weitergeleitet. Es sei jedoch wichtig, die genannten Zahlen in den Gesamtkontext der Jungtiersterblichkeit bei Nutztieren zu setzen. „Hier sind besonders die Zahlen an toten Kälbern in der Altersklasse unter einem Monat zu berücksichtigen“, schreibt Claude Turmes. Bei einem durchschnittlichen Kälberverlust von 9.200 Kälbern pro Jahr ergebe dies, eine Rate von 0,11 Prozent, in der der Fuchs als potenzieller Verursacher nicht auszuschließen sei. Somit spiele der Fuchs eine untergeordnete Rolle.

Bei den gemeldeten Vorfällen stelle man fest, dass es sich oft um neugeborene Kälber handelte, da diese während der Phase nach der Geburt anfälliger sind. Es gelte daher, so Turmes, eine Überwachung der Geburten auch auf der Weide vorzunehmen; die Tierschutzgesetzgebung sehe eine tägliche Inspektion der Herden seitens des Landwirtes vor. „Diese Maßnahme gilt als Vorbeugung für das Verenden von durch die Geburt oder Krankheit geschwächte Tieren, die zusätzlich dazu einer Attacke von Wildtieren ausgesetzt sind.“

Wie Turmes abschließend ausführt, bestehe keine Grundlage, den Landwirten eine Entschädigung zu zahlen. Verluste durch Umwelteinflüsse könnten und würden auch immer vorkommen.