ECHTERNACH
INGO ZWANK

„Sprangprozession“ zog wieder Tausende Gläubige und Schaulustige nach Echternach

Ich freue mich besonders, dass heute besonders viele Schüler zur Springprozession gekommen sind“: Mit diesen Worten der Genugtuung verlieh Erzbischof Hollerich seiner Freude Ausdruck, dass trotz Schultag und damit außerhalb der Pfingstferien die jungen Springer den Weg zur Springprozession in die Abteistadt gefunden hatten.

Viele Schüler

In diesem Jahr fiel seine Ansprache auch entsprechend gemäßigter aus als im Vorjahr, als der Kirchenmann hart mit der Politik ins Gericht ging. „Aber die Schüler haben ja frei bekommen“, wie ein Lehrer ausführt, das Ministerium habe sogar einen Vordruck mitgeschickt, wo die Eltern ihre Zustimmung erteilen konnten. Viele Schüler waren es wirklich, „die Echternacher Schulen und viele in den benachbarten Gemeinden sind gekommen“, sagte auch Echternachs Bürgermeister Yves Wengler. Doch los ging es gestern bereits mit der ersten Messe um 5.30, als die Sternwallfahrt Route Echternach an der Sauer ankam, ehe dann um 7.30 die Pilger aus Großprüm und Waxweiler vom Erzbischof und dem Trierer Oberhirten Bischof Ackermann in Echternacherbrück in Empfang genommen wurden. „Gestern am Montag sind wir einige Kilometer vor Bollendorf richtig nass geworden“, so die etwas nüchterne Pilgerbilanz der Eifeler, vorher sei es super Wetter gewesen.

Musik aus dem 19. Jahrhundert

Dafür hatte Petrus - vielleicht nach Fürsprache von Willibrord - gestern ein Einsehen mit den Pilgern, bei optimalen Wetterbedingungen konnten sie sich im Polkatakt durch die Gassen bewegen. Damit die Springer im Takt bleiben, werden sie natürlich musikalisch begleitet. Die Musikgruppen spielen seit Mitte des 19. Jahrhunderts alle die gleiche Melodie, eben eine langsame Polka.

„Das kann man auch vorher üben“, erzählt Peter, der mit seiner Grundschule auch mitspringt. Nach dem festlichen Gottesdienst am gestrigen Pfingstdienstag eröffnete dann Erzbischof Hollerich die traditionelle Prozession zum Grab des heiligen Willibrord, die ja bekanntlich Unesco-Weltkulturerbe ist, bevor er dann selbst den Weg durch die Stadt bestritt.

8.411 Springer

Und so konnte gestern die Pressestelle des Erzbistums die Gesamtzahl der Teilnehmer mit 10.243 (2018: 8.913 Teilnehmer) angeben, darunter 592 Beter und Sänger (2018: 643), 1.174 Musikanten, 8.411 Springer (2018 waren es 6.983) und 66 Prälaten und Begleiter.