LUXEMBURG
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Hörgeräteakustiker-Meister Alexander Rausch über das Problem mit dem guten (Zu-)Hören

Das menschliche Ohr ist von der Evolution auf rund 50 Jahre Betriebsdauer ausgelegt, „danach geht Hörleistung verloren“, sagt Hörgeräteakustiker-Meister Alexander Rausch beim Hörgerätefachgeschäft „Kind“ in Luxemburg-Stadt.

Mit zunehmendem Alter sinkt die Empfindlichkeit für die Wahrnehmung hoher Frequenzen. Diese Frequenzen können deshalb auch bei großer Lautstärke nicht wahrgenommen werden. Mit älteren Personen soll man deshalb nicht schreien, sondern mit deutlicher Stimme im tieferen Frequenzbereich sprechen. Der Hörverlust entsteht unmerklich über viele Jahre.

„Ab einem Alter von 60 Jahren hört man schlechter, merkt es aber sehr oft nicht. Denn das Gehirn verarbeitet in ruhiger Umgebung beispielsweise Gespräche entsprechend, so dass man nicht merkt, dass man schlechter hört.“ Für diese Feststellung des schlechten Hörens gilt die Hörleistung eines Mitzwanzigers als Referenzwert. „Man kann feststellen, dass Männer im Durchschnitt schlechter hören als Frauen, Frauen es sich aber eingestehen und zum Arzt gehen und ihr Hörvermögen überprüfen lassen“, sagt Rausch. Bei einem Hörgerät steht auch immer noch die „Unauffälligkeit an vorderster Stelle.“

Wenn ein Arzt festgestellt hat, dass ein Hörgerät von Nöten ist, muss der Patient noch den Services Audiophonologiques, den Hörakustischen Dienst, kontaktieren. Hier werden erneut Gehörtests durchgeführt und es erfolgt eine weitere Beratung, wo auch die individuelle Rückerstattung festgelegt wird. So werden Geräte in allen Preislagen angeboten. Die Kosten einer Hörhilfe hängen vor allem von der Art des Hörverlustes und von der Vielfältigkeit der Situationen, in denen die Hörhilfe verwendet werden soll, ab. Je vielfältiger diese Situationen und der jeweilige Lebensstil sind, desto fortschrittlicher sollte auch die Technologie der Hörgeräte sein, man muss hier eine bedarfsgerechte Auswahl treffen, so Rausch.

Rausch betont, dass er sehr viel Wert darauf legt, dass die Leute das Gerät auch den ganzen Tag tragen, ob sie nun im Büro oder auch alleine zuhause sind. Denn nur so werde den Patienten auch geholfen. Außerdem ist es wichtig für den Zuschuss, denn der Services Audiophonologiques überprüft, wie lange die Geräte getragen wurden. Nur bei kontinuierlicher Nutzung erfolgt die entsprechende Kostenübernahme, die auf einen Rhythmus von fünf Jahre ausgelegt ist, verliert man beispielsweise innerhalb dieser Periode sein Hörgerät, ist eine erneute Bezuschussung innerhalb der Frist nicht möglich.

„Die Hörgeräte werden entsprechend den individuellen Bedürfnissen angepasst und programmiert- Sie werden so eingestellt, dass man in den wichtigen Hörsituationen eine optimale Verstärkung erfährt.“ In der Beratung bei Kind, die rund anderthalb Stunden dauert, und auf das Probetragen der Hörsysteme folgen dann vier bis fünf Kontrolltermine. „Wir empfehlen, dass alle drei Monate eine entsprechende Nachjustierung und Reinigung erfolgen soll“, sagt Rausch.

Ein absoluter Trend zurzeit ist die Verbindung des Hörgerätes mit anderen Medienträgern über Bluetooth. „Die KIND connectLine Serie beispielsweise umfasst Zubehör zur drahtlosen Übertragung des Tons von Mobiltelefon, Fernseher, Festnetztelefon, Computer oder Gesprächspartnern direkt in das Hörgerät. Dies ist zum Beispiel beim Telefonieren besonders hilfreich, hört man doch das Gespräch auf beiden Ohren“, präzisiert Rausch.

www.kind.com