LÜBECK/KARLSRUHE
AMELIE BREITENHUBER (DPA)

Von Mandel bis Lupine: Pflanzliche Alternativen sind im Trend

Pflanzendrinks gehören mittlerweile in den meisten Supermärkten und Drogerien fest zum Inventar. Auch in Cafés ist der Kaffee mit Sojamilch heute kein Exot mehr auf der Karte. Als „Milch“ dürfen die Ersatzprodukte allerdings nicht bezeichnet werden, erklärt Diätassistentin und Autorin Sabine Offenborn aus Lübeck. Dieser Begriff ist für Euter-Produkte geschützt - also Kuh-, Ziegen- oder etwa Schafsmilch.

Längst geht das Angebot an Milchalternativen über Soja-Getränke hinaus. Im Sortiment finden sich Drinks aus Hafer, Mandel, Reis, Dinkel, Kokos, Cashew, Haselnuss oder Lupinen. Wer sich zum ersten Mal daran wagt, sollte beachten: „Geschmack, Konsistenz und Farbe sind komplett anders als bei der Kuhmilch“, sagt Offenborn. Das überrascht erstmal viele, da die pflanzlichen Drinks oft automatisch mit Milch assoziiert werden.

Die Geschmacksnoten variieren. „Die Varianten schmecken sehr unterschiedlich“, sagt Ökotrophologin Petra Kipp, die ein Buch zum milchfreien Kochen verfasst hat. „Ich sollte mir deshalb immer überlegen: Was möchte ich machen, und was passt am besten dazu?“

Im Pfannenkuchenteig etwa lässt sich ihrer Empfehlung nach am besten ein Hafer- oder Dinkeldrink verwenden. Beim Backen kommt bei der Ernährungsexpertin auch Sojadrink zum Einsatz. Für süße Nachspeisen sei Reisdrink geeignet. Sie rät für den ersten Kochversuch mit Milchalternativen zum Vanille- oder Schokopudding. Reisdrink kann aber zum Beispiel auch die Kuhmilch im Milchreis ersetzen. Dinkeldrink kommt eher mild-nussig daher und ist auch pur zu genießen.

Mit seinen getreidigen Aromen passt er gut ins Müsli. Mandeldrink ist dagegen besonders süß. Im direkten Vergleich zur Kuh-Milch muss man sich bei der Verwendung von pflanzlichen Drinks auf eine andere Konsistenz einstellen. Die Milchalternativen sind Offenborn zufolge längst nicht so cremig wie ihr tierisches Vorbild.

Um Suppen oder Soßen zu verfeinern, ließen sich aber zum Beispiel Sahne-Ersatz-Produkte aus Soja oder Hafer verwenden. Die Produkte finden Verbraucher etwa als „Crème cuisine“ im Handel.