HOLZTHUM
PIERRE MATGEN

Kyll électricité - Von einem auf 34 Mitarbeiter in nur zehn Jahren

Angefangen hat Michael Kyll mit einem Mitarbeiter - heute zählt sein Unternehmen Kyll électricité s.a. mit Sitz in Holzthum 34 Beschäftigte. Über diese rasante Entwicklung des Betriebes und dessen Philosophie hat sich das „Journal“ mit dem 41-jährigen Deutschen unterhalten.

Wie kamen auf die Idee, in Luxemburg den eigenen Betrieb zu gründen?

Michael Kyll Als junger Industrieelektriker zog es mich vor fünfzehn Jahren nach Luxemburg, wo ich vier Jahre in einem Betrieb in der Nordstad arbeitete. Währenddessen machte ich auch meinen Elektromeister an der Berufskammer, wo ich als Jahrgangsbester abschloss. 2004 entschloss ich mich dann, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen und mein eigener Chef zu werden.

Wie haben Sie das gemacht?

Kyll Mit eigenen Mitteln und bescheiden. In Diekirch in der Avenue de la Gare habe ich mit einem Büro, einem kleinen Lager und mit einem Mitarbeiter begonnen. 2007 - da waren wir schon auf vierzehn Mitarbeiter angewachsen - haben wir das Lager und eine eigene Elektrowerkstatt außerhalb von Diekirch in das dortige Gewerbegebiet verlegt. Anfangsprobleme gab es eigentlich keine. Nach den ersten Aufträgen half mir die Mund-zu-Mund-Propaganda zufriedener Kunden, so dass ich zusätzliche Elektromonteure einstellen musste. 2010 waren das schon zwanzig an der Zahl. Da stellte sich natürlich die Frage, einen geeigneten Standort für die wachsenden Aktivitäten zu finden.

Also nach Holzthum?

Kyll Eigentlich suchte ich ein passendes Grundstück oder eine bestehende Halle im Raum der Nordstad. Da die Möglichkeiten wegen der Inbetriebnahme des Nordstad Gewerbegebietes ZANO beschränkt waren, entschied ich mich, einen Bauernhof an der N7 in der Nähe von Hosingen zu kaufen. Nach aufwendigen Umbau- und Renovierungsarbeiten sind wir Anfang 2014 dort eingezogen. Dort befinden sich jetzt das Lager, die Werkstatt und die Verwaltung mit Büros für die Konstruktionsabteilung. Eigentlich eine gute Lösung für mich und meine inzwischen 34 Mitarbeiter, mit direkter Anbindung an die Nordstraße. Da die Aufträge zur Hälfte im Zentrum oder im Süden des Landes abgewickelt werden, erwarte ich mir mit der Fertigstellung des letzten Teiles der Nordstraße eine weitere Verkürzung der Fahrten zu den dortigen Baustellen.

Stimmt es, dass die Aufgaben anspruchsvoller werden? Gebäudetechniken werden ja immer komplexer.

Kyll Das stimmt. Neben guten Handwerkern sind vielseitige Spezialisten gefordert: Während früher die Arbeit eines Elektrobetriebes hauptsächlich aus Strippenziehen und Schalterinstallieren bestand, ist mit den neuen Technologien das Aufgabengebiet komplexer geworden. Bei den anspruchsvolleren Installationen mit den neuen Techniken wird auch der Kundendienst immer wichtiger. Eine echte Herausforderung für moderne Elektrobetriebe! Darum muss man dem durch kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter gerecht werden. Regelmäßige Weiterbildungskurse veranstalten wir darum bei uns im Hause oder auch außerhalb mit der Unterstützung der Handwerkskammer und einiger Großhändler und Hersteller. Ich habe ein gutes und dynamisches Team, das sich aus jüngeren und älteren Mitarbeiter zusammensetzt. Es ist dieser Mix aus „Jung & Alt“, der meiner Meinung nach auch den Erfolg ausmacht. Einige Mitarbeiter feiern schon in diesem Jahr ihre zehnjährige Betriebszugehörigkeit bei uns. In Zukunft will ich auch noch mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen und versuche dabei, enger mit den Schulen und den verantwortlichen Instanzen zusammenzuarbeiten.

Wie erklären sie den Erfolg ihres Unternehmens?

Kyll Ich denke, das liegt an der guten Arbeit, aber auch an einer gewissen Flexibilität, welche von den Kunden geschätzt wird. Dank guter Mitarbeiter aus dem deutschen und dem belgischen Grenzgebiet, aber auch aus Luxemburg konnten wir uns in kürzester Zeit einen guten Namen bei den Kunden machen. Zu 60 Prozent sind die Aufträge privat, etwa 30 Prozent sind gewerblich und zehn Prozent öffentlich.

Den Betrieb will ich in Zukunft in seiner jetzigen Größenordnung weiterführen. Nach dem stetigen Wachstum der letzten Jahre geht es jetzt darum, die Strukturen und die Qualität noch weiter zu verbessern und auf einem hohen Niveau zu stabilisieren. Das ist mit den modernen Infrastrukturen, die wir mit dem Umbau in unserem neuen Firmensitz geschaffen haben, kein Problem. Ganz nach meiner Devise „Wenn Leistung zählt!“. Unser ehemaliges Büro in Diekirch bauen wir momentan in einen modernen Showroom um, den wir im April eröffnet wollen, um so die Sichtbarkeit des Betriebes noch weiter zu erhöhen.