SAARBRÜCKEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Das 39. Filmfestival Max Ophüls Preis wurde mit „Der Hauptmann“ eröffnet

Am Montagabend lockte die Eröffnung des Filmfestivals Max Ophüls Preis wieder einmal viele Leute in den Saarbrücker Kinokomplex „CineStar“. Das Filmfest wurde durch die Festivalleiterin Svenja Böttger, Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz und die Ministerpräsidentin des Saarlandes Annegret Kramp-Karrenbauer eröffnet.

Ehrenpreis an Doris Dörrie

Der siebte Ehrenpreis des Festivals für Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film wurde an die Regisseurin Doris Dörrie überreicht. Der Geschäftsführer des Festivals, Oliver Baumgarten, hielt eine Laudatio für die Frau, die 1984 mit „Mitten ins Herz“ den Publikumspreis und einen Förderpreis in Saarbrücken gewann. Danach wurde sie durch ihre Komödien „Männer“ (1985) und „Ich und Er“ (1988) bekannt. Seit 1997 ist Dörrie als Professorin für angewandte Dramaturgie und Stoffentwicklung an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film tätig. Diese Aufgabe, jungen Filmemachern das Schreiben von Drehbüchern beizubringen, mag sie besonders. „Man muss die jungen Regisseure ermuntern, Mut zu haben und Sachen zu probieren, auch wenn sie nachher schieflaufen.“, betonte sie in ihrer Rede.

Bis in tiefsten Abgründe des Menschen

Der Eröffnungsfilm „Der Hauptmann“ von Regisseur Robert Schwentke bot anschließend Einblicke in die tiefsten Abgründe eines deutschen Soldaten zwei Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Drehbuch basiert auf einer wahren Geschichte, die sich im Emsland zugetragen hat. Übrigens spielt die vor allem in Luxemburg tätige Eugénie Anselin eine kleine Rolle in dem Film.

Der Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) findet eine Uniform eines Hauptmanns und zieht sie an. Zuerst rekrutiert er den Soldaten Freytag (Milan Peschel), ehe noch weitere Soldaten, wie Kipinski (Frederick Lau), sich ihm anschließen, und er seine Gruppe „Kampfgruppe Herold“ nennt. In einem Gefangenen-Lager spielt er seine Position hoch und beginnt zusammen mit dem SA-Offizier Schütte (Bernd Hölscher) mit der Säuberung des Lagers von Fahnenflüchtigen, Plünderern und Vergewaltigern. In Form einer Groteske zeichnet der ausgezeichnete Film ein düsteres und gnadenloses Bild eines Soldaten, der durch eine Uniform Macht erhält und sie voll ausspielt. Kleider machen Leute heißt es. Hier muss es heißen, Uniformen machen Mörder.

Der nächste Moment, der aus Luxemburger Sicht spannend wird, ist die Projektion von Govinda Van Maeles „Gutland“ am Freitag, ein Film, der für den Hauptwettbewerb Spielfilm ausgewählt wurde.n


Alle Informationen zum Festival findet man auf

www.max-ophuels-preis.de