LUXEMBURG
SVEN WOHL

Beliebte soziale Netzwerke und ihre Altersbarrieren

Heute gilt für Erwachsene wie Jugendliche: Es gibt keinen Weg mehr an den sozialen Netzwerken vorbei. Dass diese nicht nur Spaß machen können, sondern auch eine Gefahr darstellen können, ist bekannt. Auch die Frage, welche sozialen Netzwerke für Kinder und Jugendliche geeignet sind, werden oft - auch von Eltern - gestellt. Dabei geben die Endnutzerverträge bereits erste Einblicke darin, wer sie nutzen darf.

Netzwerke regeln dies unterschiedlich

Beginnen wir zunächst mit dem Platzhirsch: Facebook darf erst ab 13 Jahren genutzt werden. Das gleiche gilt für Instagram, was nur konsequent ist, gehört dieses soziale Netzwerk ebenfalls Facebook. Bei Whatsapp liegt das Mindestalter europaweit bei 16 Jahren. Das allseits beliebte Snapchat setzt ein Mindestalter von 13 Jahren voraus und das gleiche gilt bei TikTok - wobei hier ein begleitender Modus eingerichtet werden kann, bei dem die Eltern kontrollieren können, was der Nachwuchs so treibt (wir berichteten).

So weit die bloße Theorie. Doch wie bereits BEE SECURE beschreibt, lässt sich bei der Altersangabe leicht mogeln. Wie die Seite schreibt sind „die meisten Betreiber/innen von Sozialen Netzwerken (...) nicht zur Ausweiskontrolle verpflichtet“. Bei Facebook wird immerhin die Erlaubnis durch ein Konto der Eltern notwendig. Und was passiert, wenn man mogelt? „Das vorgegebene Mindestalter hat in der Praxis wenig Bedeutung“, schreibt BEE-SECURE. Eine eventuelle Strafe könne nicht zum Zug kommen, da gar kein Vertrag bestehe, so das Informationsportal weiter. Dennoch könne der ungültige Vertrag durch Facebook gekündigt werden. Konkret hieße dies, dass das Konto geschlossen wird.

Rechtliche Konsequenzen bleiben auch für die Eltern aus, da bei einem kostenlosen Anbieter kein Schädigungsvorsatz bestehe. In Luxemburg sind Jugendliche unter 18 beziehungsweise 16 nicht deliktsfähig. BEE SECURE schreibt außerdem, dass selbst wenn Eltern davon wissen, dass der Nachwuchs bei der Anmeldung bei einem solche Dienst mogelt, sich diese nicht strafbar machen.
Neben den Regelungen durch die sozialen Netzwerke selbst gilt es natürlich zu bedenken, dass durch die Datenschutzgrundverordnung bedingt Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren das Einverständnis ihrer Eltern brauchen, um einen solchen Dienst nutzen zu können.

Hinschauen ist wichtig

Wie immer wieder betont wird, ist es wichtig, dass Eltern sich für das Medienverhalten der Sprösslinge interessieren. Es ist wichtig, mit den Kindern über deren Erlebnisse in der modernen Medienwelt zu sprechen, sie auf eventuelle Gefahren aufmerksam zu machen und auch gemeinsam Spaß an den sozialen Netzwerken zu haben. Auch sollten Kinder und Jugendliche ermutigt werden, sich an die Eltern zu wenden, wenn etwas nicht stimmt oder sie Opfer von Mobbing, Cyberattacken oder ähnlichem geworden sind.