PASCAL STEINWACHS

„Es kann nur einen geben“, schlagzeilte die Erzbistumszeitung gestern mit der ihr angeborenen Sensationslüsternheit auf ihrer Titelseite, bezog sich dabei aber nicht etwa auf den gleichnamigen „Highlander“-Film mit Subwaytarzan Christopher Lambert und Oberfiesling Clancy Brown, sondern auf das aktuelle „Wer bestimmt die Außenpolitik?“-Israel/Ungarn-Drama um Staatspremier Bettel und Auslandsminister Asselborn. Das „Wort“-Fazit ist jedenfalls glasklar: „Da scheinen zwei nicht auf der gleichen Wellenlänge zu sein“; die Bilderzeile ist noch glasklarer: „Jean Asselborn und Xavier Bettel: der Senior und der Junior, wobei der Junior eigentlich der Chef sein müsste“.

In Brüssel gibt es hingegen nur einen unangefochtenen Leader, und der heißt Jean-Claude Juncker und hat, wie er jetzt der „Libération“ bei einem Mittagessen („durant notre récent déjeuner, il a avalé quatre coupes de champagne, accompagnées d’une simple salade“) verriet, klare Prinzipien: „(...) je ne bois pas lorsque je suis à la maison“. Ein Zuckerschlecken ist das Brüsseler Leben im Vergleich zu seinen Luxemburger Jahren trotzdem nicht: „Je dois travailler quatorze, quinze heures par jour et ça, je n’y étais pas habitué“. Armer Jean-Claude...