LUXEMBURG
INGO ZWANK

Mehr Wertschätzung für das Ehrenamt „Feuerwehr“ und dessen Akteure:„Face and Fire“, die neue Ausstellung von Jacques Schneider in seiner „Kritzelfabrik“

Bereits im Mai 2015 hat der Regierungsrat einen Gesetzentwurf über die Organisation des Zivilschutzes und die Gründung eines großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungsdienstes angenommen. Durch diese Reform der Rettungsdienste sollen Mängel des derzeitigen Systems behoben und mehrere Ziele verfolgt werden: Verbesserte Abdeckung der Risiken durch die Festlegung von zu erreichenden Schutzzielen; Aufbau einer eindeutigen Hierarchie, damit die Einheitlichkeit und Kontinuität der Einsatzleitung der Rettungsmaßnahmen gewährleistet und die Beziehung zwischen den politisch und fachlich Verantwortlichen eines Einsatzes geklärt ist und vieles mehr.

Nach dem Erfolg mit seiner Ausstellung über die luxemburgische Polizei hat sich der Künstler Jacques Schneider in seiner „Kritzelfabrik“ in der Hauptstadt wieder einem neuen Personenkreis gewidmet, der in seinen Augen durchaus etwas mehr Wertschätzung verdient. Es sind dies die Ehrenamtler im Allgemeinen und die Mitglieder der (Freiwilligen) Feuerwehr im Besonderen. Für den Künstler war es irgendwie unverständlich, dass diese Menschen, die da für (bislang) einen Euro im Dienste der Allgemeinheit stehen, nicht doch ein besseres Renommee genießen samt entsprechender Würdigung in der Gesellschaft .

Herr Schneider, wie sind Sie auf die Idee gekommen, diese Ausstellung mit Ihren Werken zu realisieren?

Jacques Schneider Die Idee zu der Ausstellung ist uns gekommen, als ich mich unter anderem mit Patrick Linster, der beim CIS Grevenmacher/Mertert und auch in Mensdorf aktiv ist, bei meiner Ausstellung im Polizeimuseum unterhalten habe. Patrick meinte, man könnte doch sicherlich auch einmal so etwas über die Feuerwehren machen.

Patrick Linster Dann ging es eigentlich ganz schnell. Jacques hat sich Gedanken gemacht und dann haben wir uns darüber unterhalten, wie man es umsetzen kann. Ich habe mit Kollegen gesprochen und viele waren sofort bereit, für die Kunstwerke und auch Fotografien Model zu stehen.

Schneider Mir geht es nun einfach darum, für eine gewisse Wertschätzung der Wehrleute zu werben. Wir wählen den Notruf und wie selbstverständlich sind innerhalb kürzester Zeit die Feuerwehrleute vor Ort. Diese Männer und Frauen machen es ehrenamtlich, sie setzen sich für die Gesellschaft ein. Das ist einfach bemerkenswert.

In einem früheren Interview sagten Sie, dass Sie sich immer eine Frage bezüglich des Themas Ihrer Ausstellung stellen. Gibt es auch hier eine solche Frage als quasi roten Faden?

Schneider Die gibt es. Oft sehen wir die Feuerwehrleute nur bei ihrem Einsatz in voller Montur, da habe ich mir eine solche Frage gestellt, ja. Wer steckt da unter dem Helm? Wer ist hier aktiv für uns und riskiert auch sein Leben? Viele in der heutigen Gesellschaft schauen doch gerne darauf, dass sie immer mehr Vorteile bekommen, aber immer weniger Verantwortung übernehmen müssen. Bei den Wehrleuten ist es ganz anders. Daher will ich mit dieser Ausstellung die Feuerwehrleute im Porträt, ihre Technik, ihre ganze Arbeit in den Fokus setzen, stellvertretend aber auch für alle, die sich ehrenamtlich in der Gesellschaft noch engagieren. Unter dem Helm erkennen wir nicht, ist es ein einfacher Angestellter oder vielleicht ein Firmenchef. Ich möchte ein entsprechendes Bewusstsein für diese Leute schaffen - und ich glaube auch, dass die Feuerwehrleute so noch nie bei uns in diesem Rahmen vorgestellt und präsentiert wurden.

Daraus sind nun über 130 Werke geworden!

Schneider Wenn ich etwas machen möchte, dann aber auch in der Gänze. Mit einem oder zwei Bildern kann ich das alles nicht ausdrücken, das geht nicht. So sind allein rund 100 Porträts entstanden, die ganze Ausrüstung und auch die Fahrzeuge werden ebenfalls in Bildern vorgestellt.

Am 1. März findet die Vernissage bei Ihnen statt.

Schneider Und ich freue mich schon sehr darauf. Es werden viele der Feuerwehrleute da sein und ich hoffe, dass sich interessante Gespräche zwischen den Gästen und den anwesenden Wehrleuten über das Thema Feuerwehr und Ehrenamt entwickeln werden.

Am 1. März 2017 findet in der „Kritzelfabrik“ die Vernissage der Ausstellung „Face and Fire“ statt - bis zum 28. März kann sie in der „Kritzelfabrik“, 3 Rue Jean Origer, in Luxemburg besucht werden - weitere Infos gibt es auch unter www.tinyurl.com/FB-Kritzelfabrik