LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Außerordentlicher Kongress am 28. November

Um seine ganze Kraft und Energie in Zukunft allein auf sein Amt als Premierminister zu konzentrieren, will Xavier Bettel den Parteivorsitz der DP aufgeben, wie letztere gestern mitteilte. Auf einem außerordentlichen Parteikongress am 28. November soll die Nachfolge geregelt werden, wobei aber noch nicht gewusst ist, wer Bettel als Präsident beerben will.

Es könnte auch eine Frau werden

Der erste Vizepräsident, der Europaabgeordnete und frühere Parteipräsident Charles Goerens, will sich indes ebenfalls von der Parteispitze zurückzuziehen; ihm zur Seite standen bislang die beiden Vizepräsidentinnen Claudia Monti und Maggy Nagel. Ob diese eventuell am Parteivorsitz interessiert sind, war gestern jedoch nicht zu erfahren. Wie aus der Mitteilung herauszulesen ist, soll am 28. November aber nicht nur der Präsidentenposten neu besetzt werden, sondern gleich die ganze Führungsspitze, die einer Verjüngung unterzogen werden soll.

Als potenzielle Kandidaten für den Chefposten im Gespräch waren gestern unter anderem DP-Generalsekretär Gilles Baum, Staatssekretär Marc Hansen und - warum nicht wieder einmal eine Frau - Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen.

Xavier Bettel, der am 29. Januar 2013 Claude Meisch als Präsident ablöste und mit einem Traumresultat von 96,5 Prozent gewählt wurde, kann seinerseits auf eine äußerst erfolgreiche Präsidentschaft zurückblicken, steuerte er seine Partei doch bereits im ersten Jahr seines neuen Mandats aus der Opposition in die Regierungsverantwortung. In der Mitteilung der DP geht von einem „außergewöhnlichen Modernisierungsprozess“ die Rede, den Bettel gestartet habe.

Vor seinem Präsidentenposten war Bettel bereits von 2009 an Fraktionschef der DP; erstmals ins Parlament gewählt wurde er zehn Jahre zuvor, seinerzeit als jüngster Abgeordneter. Im gleichen Jahr zog er auch in den hauptstädtischen Gemeinderat ein, wo er 2005 Schöffe wurde und 2011 Bürgermeister. Eine außerordentliche Karriere. Man darf gespannt sein, wer den liberalen Überflieger an der Parteispitze ablösen wird.