LUXEMBURG
DANIEL OLY

Ernte in Luxemburg mit großen Schwierigkeiten

Nicht nur die Sommerferien wurden in diesem Jahr zunehmend durch das schlechte Wetter in Mitleidenschaft gezogen, auch die Landwirtschaft hatte in den vergangenen Monaten wenig Freude. Insbesondere der August zeigte sich von seiner verregneten Seite. Auf Regen folgt laut dem Volksmund zwar bekanntlich Sonnenschein - für die Landwirte könnte der jedoch in diesem Jahr zu spät gekommen sein. Die Verbände beklagen sich über zu feuchte Bestände, deren Ernte erst zu spät oder teilweise gar nicht eingefahren werden kann. Serge Turmes von der Gruppe „Versis“/„De Verband“ sprach gegenüber dem „Lëtzebuerger Journal“ davon, dass weiterhin ein beachtlicher Teil des Korns auf den Äckern stecke und nicht abgeerntet werden kann. Im Ösling betrage der Anteil der noch stehenden Ernte immer noch bis zu einem Drittel der Bestände. Damit traf es den Norden des Landes erwartungsgemäß am härtesten.

Vom Regen in die Traufe

Es habe zwar einige Sonnentage am Monatsende gegeben, durch die ausbleibende Hitze trockne die Ernte auf den Feldern aber nicht schnell genug: „Jeden Tag“, den das Korn weiterhin auf dem Feld verbringt, „wird es schlimmer“, so Turmes. Kleinere Brötchen backen, also - wenn überhaupt. Das Wetter habe sich zwar stabilisiert, die weiterhin aber eher gemäßigten Temperaturen können aber das Korn nicht schnell genug trocknen, um es für die Verarbeitung vorzubereiten. Die dicken Nebelschwaden, die teilweise noch in den neuen Tag hinein von den Äckern herüberziehen, zeugen von der hohen verbleibenden Feuchtigkeit, die den Landwirten auch weiterhin Kopfzerbrechen bereiten dürfte. Ganz ähnlich dürfte es auch um die Weinernte stehen: Den Winzern sollten zwar die ersten Regenschauern durchaus willkommen gewesen sein, der anhaltende Regen und die wenigen Sonnenstunden könnten aber auch hier für Missmut sorgen.

Auch der Aufwand für die Ernte sei mehr als frustrierend. Die Arbeit wurde laut Turmes bereits am Julianfang aufgenommen, trotzdem stehe das Ergebnis hinter allen Erwartungen zurück und so wird die Ernte voraussichtlich erst mit großer Verspätung beendet werden können.

Serge Turmes jedenfalls ist wenig zuversichtlich, dass sich die Lage in der kommenden Zeit entspannen könnte: Es sei einfach ein schlechtes Jahr gewesen, Pech habe man gehabt - aber so sei das schließlich in der Agrarwirtschaft.