LUXEMBURG
GASTON FREYMANN

Wins hilft den Kunden dabei, Zeit zu gewinnen

Zeit ist kostbar - jeder steht unter Termindruck, hat es eilig und möchte möglichst viel von seiner freien Zeit profitieren. Dies waren gleich mehrere Argumente, die Jessica Sassel und Jérôme Adam veranlassten und ermutigten, vor fast genau drei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Sie gründeten als Gesellschaft mit beschränkter Haftung „Wins“: Worldwide International and National Services. Die beiden Jungunternehmer stellten ihr Unternehmen unter das Motto: „Gewinnen Sie Zeit mit WINS“ oder „Unser Ziel ist es, Euch Zeit gewinnen zu lassen“. Das dynamische Paar - Idealisten, die dennoch realistisch denken und mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen - schildert dem „Journal“ die Firmengründung.

Wie entstand die Idee zu Ihrem Unternehmen?

Jérôme Adam Nach meinem erfolgreichen Sekundarabschluss im technischen Lyzeum fand ich eine Anstellung in der Kanzlei eines Notars, wo ich mich dann täglich mit Rechtstexten, hauptsächlich im Gesellschaftsrecht, befasste, was mir später bei der eigenen Firmengründung , dem Aufbau und der Unternehmensstruktur von großem Nutzen war und immer noch ist. Allerdings merkte ich im Notariat auch sehr schnell, was Zeitdruck und Eile bedeuten und wie wichtig Pünktlichkeit und Verlässlichkeit in unserer schnelllebigen Zeit sind. Hierzu gehört zum Beispiel die termingerechte Zustellung von Dokumenten. Sehr oft sind dabei auch hohe Geldbeträge im Spiel, und es kommt auf Zuverlässigkeit und Präzision an. So entstand die Idee. Die Zustellung von Akten war dann auch die Basis bei der Gründung unseres Unternehmens.

Jessica Sassel Selbständig zu sein war schon immer Jérômes Traum. Bei der Betriebsgründung waren wir beide noch sehr jung; er 24 und ich 23. Ich war zu der Zeit noch Studentin im Ausland und ohne Berufserfahrung. Wir hatten aber dieselben Ideen und waren uns beide einig: „Jetzt oder nie“.

Wie war für Sie der Start in die Selbstständigkeit?

Sassel Sehr hart! Ich erinnere mich heute noch an den Startschuss; an diesen 2. Januar 2012. Als Büro diente unsere Küche, wo ich meinen Laptop installiert hatte. Dass wir über eigene Räumlichkeiten verfügen und keine Mietkosten anfallen, half natürlich beim Start.

Jetzt hieß es, auf Kundensuche gehen. Als dann der erste Termin feststand, war die Frage, wie stelle ich mich an? Wie präsentieren wir unseren Betrieb? Gleich wurden wir ins kalte Wasser geworfen. Der wahre Härtetest! Aber gleichzeitig eine wertvolle Erfahrung. Wir saßen vier Herren gegenüber, die uns mit Fragen überhäuften und die alles erfahren wollten, bis ins letzte Detail. Uns durfte nun trotz Nervosität kein Fehler unterlaufen. Dessen waren wir uns voll bewusst. Der Termin zog sich über eine Stunde dahin. Mir schien es damals wie eine Ewigkeit.

Adam Es kam deutlich herüber, dass, bedingt durch unser Alter, zukünftige Kunden, denen wir gegenüber saßen, uns auf Herz und Nieren prüfen wollten. Eine Situation, die wir auch bei Geldinstituten erlebten. Wir hatten eben mit dem Vorurteil zu kämpfen, jung sein bedeute keine Erfahrung. Zum Glück verfügten wir aber über genug eigenes Startkapital, so dass wir auf keine Banken angewiesen waren. Wir schlossen lediglich regelmäßig Leasing-Verträge zur Erweiterung unseres Fuhrparks ab, was uns völlig normal erscheint. Der Anfang war aber nicht leicht. Positiv war hingegen, dass wir viele Erfahrungen sammelten, die für uns enorm wichtig waren und immer noch sind.

Sassel Gleich am Anfang gab es auch prompt einen Rückschlag, als eines unserer Autos gestohlen wurde. Das war zwar erst mal ein Schock, hat uns dann aber sogar noch mehr motiviert. Der Rückschlag hat uns gestärkt, denn wir haben aus der Geschichte gelernt, kontrollieren die Fahrer auf der Straße und haben sie sensibilisiert. Trotz oder vielleicht sogar wegen dieses Rückschlags haben wir es geschafft, unser Geschäft um 500 Prozent bis heute zu steigern.

Wie funktioniert WINS?

SasselUnsere Angebotspalette umfasst die Zustellung von Dokumenten, hat sich inzwischen aber erweitert, so dass heute Behördengänge hinzukommen. Bei Importfahrzeugen erledigen wir beispielsweise zusätzlich sämtliche Zoll- und Anmeldeformalitäten, neben einem Paketdienst stellen wir auch Eilgut zu, sei es im In- oder Ausland, das Abholen und Zustellen von Briefen ist Tagesarbeit, es kann aber auch hin bis zu ganzen Büro-Umzügen gehen. Natürlich wollen wir unseren Kunden einen kompletten Service anbieten, was heißt, gegenüber Sonderwünschen flexibel zu sein. So ist es auch schon mal vorgekommen, dass wir einen Hund in der Gegend von Paris für einen regelmäßigen Auftraggeber abholten. Wichtig ist, dass nur wir beide die direkten Ansprechpartner sind und unsere Aufträge durch unser eigenes Personal mit eigenen Fahrzeugen durchführen: So haben wir auch stets den kompletten Überblick.

Adam Wir haben in der kurzen Zeit, die unser Unternehmen jetzt besteht, den Fuhrpark schon erheblich erweitert, auf 40 Fahrzeuge und neun verschiedene Fahrzeugtypen, darunter drei auf Temperatur ausgerichtete Lieferwagen, die wir gekauft haben, um Medikamente und pharmazeutische Produkte transportieren zu können.

Wie sehen Sie die Zukunft?

Sassel und Adam Wir sind ein noch junges Unternehmen und möchten uns vor allem auf dem Markt positionieren und uns quantitativ und qualitativ verbessern.

Da wir zurzeit auf engstem Raum arbeiten, sind wir im Begriff, uns geeignete Büroräume herzurichten und denken daran, für die Büroarbeiten demnächst eine Halbtagskraft einzustellen. Tatsächlich sind wir froh und stolz, den Schritt zum eigenen Unternehmen gewagt zu haben, ein gutes Gefühl.