LUXEMBURG
GILLES BAUM

Ab Januar 2019 soll es eine neue Form der Kinderbetreuung geben, sogenannte „Mini-Crèches“. Warum und wie das Konzept aussehen soll, erklärte uns Gilles Baum. Der DP-Abgeordnete ist Berichterstatter des Gesetzentwurfs mit der Aktennummer 7302.

„Geboren wurde die Idee eigentlich während der Arbeiten an der Reform des Gesetzes zu den Tageseltern, die ja im vergangenen Dezember in Kraft trat. Die Frage stand im Raum, ob es nicht zwischen den Tageseltern und größeren Kinderhorten eine Art Zwischenstück in Form von kleineren und flexibleren Strukturen geben müsse, in denen die Eltern auch die 20 kostenlosen wöchentlichen Betreuungsstunden für ihre Kinder zwischen einem und vier Jahren geltend machen können.

Natürlich kann man ‚Mini-Crèches‘ nicht exakt die gleichen Auflagen machen wie größeren Kinderbetreuungsstrukturen, muss aber selbstverständlich dafür sorgen, dass eine hohe Betreuungsqualität gewahrt bleibt. Deshalb wird der Rahmen innerhalb des nationalen Rahmenprogramms für Kinderbetreuung sehr präzise gesteckt.

So muss eine ‚Mini-Crèche‘ von einem ausgebildeten Erzieher oder einer Erzieherin und einer zertifizierten Tagesmutter oder einem zertifizierten Tagesvater geführt werden. Das bietet unter anderem den Tageseltern auch die Möglichkeit, ihre Aktivitäten auszubauen, falls sie das wünschen.

Ferner darf eine ‚Mini-Crèche‘ Platz für insgesamt maximal elf Kinder haben – Tageseltern dürfen höchstens fünf gleichzeitig betreuen. In einer ‚Mini-Crèche‘ dürfen maximal vier Babies von unter einem Jahr simultan betreut werden. Die Struktur muss derweil ein präzises Lastenheft respektieren, in denen beispielsweise Ruhegelegenheiten, ein Schlafraum und Freiluftaktivitäten vorgesehen sind, aber auch die Weiterbildung der Betreiber, die freilich die bilinguale Heranführung der Kleinen an Luxemburgisch und Französisch gewährleisten müssen.

Die ‚Mini-Crèches‘ werden über eine Abänderung des Jugendgesetzes eingeführt. Der Staatsrat dürfte in den kommenden Tagen sein Gutachten dazu vorlegen, so dass sich das Parlament noch vor der Sommerpause mit dem Entwurf befassen kann.

Die ‚Mini-Crèches‘ sind ein weiterer Baustein der resoluten Politik dieser Regierung und insbesondere von Jugendminister Claude Meisch und Familienministerin Corinne Cahen, das Angebot an hochqualitativen Kinderbetreuungsplätzen auszubauen, zugleich zugänglicher zu machen und den betreuten Kindern mehr Chancen einzuräumen, später ihre Zukunft besser gestalten zu können. Diese Regierung hat zweifelsohne Meilensteine gesetzt für eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familien- und Arbeitsleben. Die DP wird auf jeden Fall weiter daran arbeiten, den Rahmen dafür noch zu verbessern.“