LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Mir wëllen iech ons Heemecht weisen asbl “ bringt Kinder über kulturelle Grenzen zusammen

Ich zeichne sehr gerne. Mein Großvater und mein Vater sind auch sehr gute Zeichner. Ich hab mich daher sehr gefreut, bei dem Projekt mitmachen zu können“, sagt Abdoul.

Abdoul ist Flüchtlingskind in Luxemburg und hat zusammen mit über 20 Kindern der „Maison relais Merl“ und der „Ecole pour réfugiés Adam Roberti“ an dem Kunstprojekt „Graffiti interculturel“ teilgenommen, das von der „Mir wëllen iech ons Heemecht weisen asbl“ ins Leben gerufen und gestern präsentiert wurde. „Zusammen mit der Künstlerin Chiara Dahlem“, wie Anne Frausing, Projektmanager der asbl, erklärt. „Uns war aufgefallen, dass die ‚Maison relais‘ sehr modern in Holz hier steht und direkt dahinter die Container für die Flüchtlingskinder. Da kamen wir auf die Idee, diese Container doch etwas umzugestalten.“ So ist die Vereinigung auf die Künstlerin Chiara Dahlem zugegangen. „Wir haben uns zusammengesetzt und die Idee besprochen. Ich habe mir die Sache vor Ort angeschaut und mir direkt Gedanken zu dem Projekt gemacht“, erklärt die Künstlerin. Ihr kamen sofort Holz, Bäume und Tiere in den Sinn. „Doch zuerst hatten wir das Problem, dass wir die alten Motive, die hier schon gemalt wurden, auch übermalt bekamen. Dabei durfte es aber nicht so schwer werden, dass die Kinder allzu schnell die Lust am Graffiti-Malen verlieren, denn so einfach ist es ja auch nicht.“ Daher wurden die Arbeitstage zweigeteilt. „Morgens erklärten wir den Kindern aus beiden Schulen zuerst einmal, wie alles funktioniert, wie man die Spraydosen richtig benutzt, wie eben alles abläuft.“ Dann konnten die Kinder in gemischten Gruppen, immer luxemburgische Kinder mit Flüchtlingskindern, zu Werke gehen. So entstand an der Containerwand ein kleiner Wald mit Rehen. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Abdoul, und die Stimmung innerhalb der Gruppe sei „toll“ gewesen. Kunst verbindet eben, über kulturelle und sprachliche Hürden hinweg, für die Kinder und auch das Lehrpersonal. „Das war genau unser Ziel“, sagt Frausing. Neben diesem Projekt unternimmt die Vereinigung noch mehr. „Mit Damen- oder auch Musikabenden wollen wir die Einheimischen mit den Flüchtlingen, wie hier die Kinder, zusammenbringen. Über Musik und auch das Essen aus dem jeweiligen Heimatland lassen sich da Brücken schlagen.“

Um den kulturellen Austausch bemüht

Die Vereinigung wurde vom Luxemburger Künstler Serge Tonnar ins Leben gerufen, um den menschlichen und kulturellen Austausch zwischen den in Luxemburg lebenden Gemeinschaften zu fördern.