CLAUDE KARGER

„Jeder Tag kommt mir vor wie ein Film, es ist surreal“, sprühte die jüngste Abgeordnete Djuna Bernard (déi gréng) gestern vor Begeisterung im Interview mit „L‘Essentiel“. Möglicherweise wird sie noch eine Menge Surrealismus im Hohen Haus erleben, wenn die größte Oppositionspartei erstmal richtig mit opponieren beginnt. Auf Kurs bringen soll sie ab Januar der Gewinner des DCSDSC-Contests (Die CSV sucht den nächsten Superchef). Ob es ein echter Wettbewerb werden wird, bleibt dahin gestellt, auf jeden Fall steht CSV-Europamann Frank Engel schon mal in den Startblöcken. Wird er Präsi der Orange-Partei geht‘s erst mal ans Großreinemachen: „Je commencerai, si j‘en ai l‘occasion, par dépoussiérer les instances“, sagte er dem „Le Jeudi“. Und versprach schon mal, jeweils weniger als zehn Minuten zu referieren: „aujourd‘hui, plus personne n‘écoute un message qui dure dix minutes sur un sujet complexe. Il faut aller droit au but dans la communication, isoler les messages phares et les emballer de façon intéressante“. Wir sind bereits gespannt, ob er in der nächsten CSV-Wahlbroschüre als „Entstauber“, „Verpacker“ oder als „der Kurzangebundene“ präsentiert wird. Aber vielleicht wird die Engel-Offensive auch bloß ein Kurzfilm.