SANEM
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Dreistelliger Millionenbetrag für Pilotprojekt und Werksumbau

Kronospan ist ein diskretes Unternehmen, von dem wenige den Namen kenne, aber viele die Produkte nutzen. Denn der Familienbetrieb aus Österreich, der seit 1994 in Luxemburg vertreten ist, ist der weltweit größte Hersteller von Spanplatten, MDF-Platten, Laminatfußböden und Arbeitsplatten. Es gibt kaum einen Küchenhersteller, der nicht beim größten Fabrikanten von Arbeitsplatten einkauft. Die Gruppe ist auch in anderen holzbasierten Rohstoffen sehr präsent, unter anderem bei so genannten Grobspanplatten, auch OSB-Platten genannt, aufgrund des englischen Begriffs „oriented strand board“ respektive „oriented structural board“. Diese Platten bestehen aus langen, schlanken Spänen, den „strands“.

Kronospan ist mit 41 Standorten  in 118 Ländern präsent. Das Luxemburger Werk steht in Sanem. Es wird geleitet von Peter Stadler, der schon seit 33 Jahren für die Gruppe arbeitet. Momentan ist er sehr beschäftigt mit der Einführung einer neuen Technologie. Durch diese können OSB-Platten nicht nur aus Frischholz, sondern auch aus Recyclingholz hergestellt werden. „Unser Ziel ist es, beim Recycling auf einen Anteil von 50 Prozent zu kommen“, sagt Stadler. Kronospan investiert  über 200 Millionen Euro in zwei Stufen in die neue OSB-Anlage und eine weitere Kraft-Wärme-Anlage sowie eine neue Produktionslinie, die ab 2020 arbeiten soll. Stadler sieht das unter dem Aspekt der Kreislaufwirtschaft, die er komplementieren will: „Für die OSB-Platten können wir den Rohstoff konsequent nutzen und sekundär auch thermisch“; erklärt er. Besonders innovativ ist in Stadlers Augen die Kraft-Wärme-Kopplung bei Niedrigtemperatur. Dort werden die Holzflakes statt bei 400 bis 500 Grad Celsius bei 80 bis 120 Grad Celsius getrocknet. „Dadurch entstehen weniger Kohlenwasserstoffe und somit weniger Emissionen. Überschüssigen Strom leiten wir ins Netz“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Technologie der Trocknung der OSB-Platten ist laut Stadler einzigartig in der Gruppe und ein Novum in der Industrie: „Wir machen Bauprodukte, die wieder recycelt werden können. Wir könnten sogar ein Holzhaus recyceln.“ Langfristig soll sie zu einer regelmäßigen Nachfrage nach Recyclingholz und somit zu einer höheren Quote an Recycling führen.

Kronospan plant übrigens noch mehr; beispielsweise im Bereich Bindemittelproduktion. So sollen Energieströme reduziert und umweltfreundliche, nachhaltige Leimsysteme erforscht werden. Luxemburg ist auch hier wieder Vorreiter.