KINGSTON UPON THAMES
MIKE CLEMENTS

Das Jahr 2018 ist explosiv gestartet und hat die Ruhe an den Märkten unterbrochen. Für konträre, auf die Titelauswahl bedachte Anleger war 2017 ein besonders schwieriges Jahr, denn Volatilitätskennzahlen markierten neue Tiefstände. Während dieser Momentum-orientierte Markt die Chance bot, Gewinne einzufahren, gab es kaum Anlageideen zur Alpha-Generierung. Doch nun beginnt sich der Marktschwerpunkt zu verlagern.

Marktturbulenzen können eine Chance sein: Sie geben Stockpickern die Möglichkeit, Wertpotenziale zu entdecken, wenn die Welle an Emotionen abebbt. Die Verwerfung früh im 2018 könnte der Vorbote eines turbulenten Jahres sein - und ein Zeichen, dass der Markt für eine Preisbildung reift. Echten konträren Anlegern dürften angespannte Märkte willkommen sein, weil sie die Bedingungen für die Generierung von Alpha und die Erzielung höherer langfristiger Renditen bieten.

Anleger mitten im Sturm

Wenn man sich günstige Bedingungen für konträre Anleger ansehen will, braucht man gar nicht bis zur Kreditklemme zurückzugehen. Das Jahr 2016 hielt eine Vielzahl von heftigen Turbulenzen für Anleger bereit. Die Brexit-Abstimmung erschütterte die politische Welt in ihren Grundfesten. Der Ölpreis stürzte aufgrund von akutem Preisdruck auf Rekordtiefstände. Der Markt wurde von aggressiven Sektorrotationen mitgerissen. Auch wenn eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, zeichnet sich für 2018 eine nachhaltige Rückkehr der Volatilität ab. Die Frage lautet daher: Wie können Anleger von dem aufziehenden Sturm profitieren?

Innerhalb des Finanzsektors haben wir unser Engagement in Aktien, die empfindlich auf das Marktniveau reagieren, reduziert. Hierzu gehören beispielsweise Asset Manager wie Schroders, Ashmore und Aberdeen. Diese Aktien haben sich zwar hervorragend entwickelt, doch sie stehen mit dem Gesamtniveau des Marktes und der schleichenden Verschuldung in Zusammenhang. Weil aber Bewertungen und Schuldenhöhe steigen, verlieren Argumente, die für eine Anlage in diese Aktien sprechen, an Bedeutung.

In den letzten 6-9 Monaten haben wir dementsprechend hin zu Finanzinfrastrukturunternehmen umgeschichtet. Hierbei handelt es sich um Börsen und andere Marktteilnehmer, denen eine anziehende Volatilität zugutekommen dürfte. Im Finanzsektor gibt es einige Unternehmen, bei denen Volatilität für steigende Handelsvolumina sorgt. Als aktive Anleger betrachten wir das Ganze aber mit selektiven Augen.

Auf Volatilität setzen

Investmentbanken erfreuten sich infolge des „Trump Bump“ reger Aktivität. Doch im Allgemeinen werden diese Unternehmen unseren Qualitätskriterien nicht gerecht. Hier gibt es einfach zu viele Bilanzrisiken, zu denen unter anderem die hohe Verschuldung sowie undurchsichtige, schwer zu bewertende Bilanzen zählen. In Zeiten von Stress und volatilen Märkten sind dies unserer Meinung nach besonders risikoreiche Anlagen.

Reine Handelsunternehmen wie Börsen, Market Maker und Inter-Dealer-Broker wie z. B. TP Icap sind attraktiv, denn sie verbinden gute Erträge und hohe Cashflows mit einem Engagement in von Volatilität getriebenen Handelsaktivitäten. IG Group, der führende Anbieter von Spread Betting und CFD-Produkten, ist in der Regel auf eine kurzfristige Volatilität ausgerichtet. Regulierungen sind zwar ein bedeutendes Risiko. Doch IG ist bestens aufgestellt, um sich auf Kosten kleinerer Akteure an das sich verändernde Umfeld anzupassen.

Flow Traders ist eine weitere interessante Möglichkeit, um auf Volatilität zu setzen. Das Unternehmen ist ein führender Market Maker für ETFs mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent in Europa. Auf längere Sicht profitiert es vom strukturellen Wachstum von ETFs, aber kurzfristig werden seine Erträge stark von Volatilität beeinflusst.

Bei verhaltener Volatilität belasten geringe Handelsvolumina und enge Spreads die Erträge. Aber in Zeiten von Stress oder Marktverwerfungen verleiht Volatilität dem strukturellen Umsatzwachstum einen kräftigen Schub. Das Geschäftsmodell erzielt hervorragende Renditen und Cashflows. Es ist gut auf das strukturelle Wachstum von ETFs ausgerichtet, im Augenblick jedoch leiden die Gewinne unter dem Mangel an Volatilität. Wir haben diese Kursschwäche genutzt und sind überzeugt, dass das Unternehmen signifikantes Aufwärtspotenzial haben könnte, wenn die Volatilität auf normalere Niveaus zurückkehrt.

SYZ Asset Management

Institutionelle Vermögensverwaltung

SYZ Asset Management, die auf die institutionelle Vermögensverwaltung spezialisierte Sparte der SYZ-Gruppe, bietet Anlagelösungen für institutionelle Anleger und Finanzintermediäre. Die Strategien von SYZ Asset Management stützen sich auf einen stark überzeugungsbasierten Ansatz und wurden konzipiert, um die Portfolio- und Risikomanagementanforderungen anspruchsvoller Anleger zu erfüllen.  Die Gesellschaft bietet diskretionäre Mandate und verschiedene Paletten von Anlagefonds an, darunter OYSTER Funds, eine luxemburgische OGAW SICAV mit einem diversifizierten Spektrum anerkannter Produkte, die zahlreiche Anlageklassen und -stile abdecken und internen wie externen Fondsmanagern anvertraut sind.