Innenminister Kersch macht sich dieser Tage ein Bild von der Arbeit des CGDIS

Der Minister hatte es gesagt: „Die Arbeit geht am 1. Juli erst richtig los!“ Gemeint war die Umsetzung des an diesem Tag formal gegründeten großherzoglichen Rettungskorps CGDIS. Um sich ein Bild von der konkreten Arbeit vor Ort zu machen, besuchte und besucht Innenminister Dan Kersch gestern und heute verschiedene Rettungszentren im Land. Das „Journal“ war bei seinem Besuch in Esch/Alzette dabei.

Kersch meinte gegenüber den Escher Rettungskräften, dass er sich nach dem Inkrafttreten des Gesetzes über das großherzogliche Rettungskorps CGDIS informieren wolle, wie die Arbeit vor Ort läuft. Der Kontakt zwischen Minister, Leitung des CGDIS - Präsident und Direktor gehörten ebenfalls zu den Besuchern - und den Mannschaften sei extrem wichtig.

Nur über das Negative wird berichtet...

Der Minister bedauerte, dass nicht über die vielen Dinge berichtet wurde, die beim neuen Korps von Anfang an funktionierten, sondern Kleinigkeiten medial aufgebauscht werden - wie eine Auseinandersetzung im „Norden des Landes“, mit der, versteht man den Minister richtig, schon im Vorfeld zu rechnen gewesen sei. Natürlich seien mit dem Stichdatum 1. Juli nicht alle Probleme gelöst worden. Sollten sich in der Arbeit des CGDIS Schwachstellen herauskristallisieren, sollte man sich auch nicht scheuen, das Gesetz zu ändern. Kersch kündigte an, dass seine Tour durch Rettungszentren demnächst fortgesetzt wird.

Vor der Reform habe es geheißen, dass die Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen Rettern, also Berufsfeuerwehrleuten, und Freiwilligen in einem Rettungszentrum zu Problemen führen würde. Nirgendwo, wo er bis dahin gewesen sei, habe es derartige Probleme gegeben, erläuterte Kersch nicht ohne Stolz. Wenn es - wie überall - Probleme gebe, seien sie zwischenmenschlicher Natur.

Größere Schadensereignisse, wie der Großbrand mitten in Esch hätten gezeigt, dass die Kommandokette des großherzoglichen Rettungskorps funktioniert. Bei Nachalarmierung von weiteren Korps müssten so nicht mehr alle Fahrzeuge ausrücken, stattdessen würden gezielt die zur Unterstützung benötigten Fahrzeuge und Mannschaften in Marsch gesetzt. Die Escher Feuerwehrleute (38 Freiwillige und 20 Berufsretter) hoffen auf eine schnelle Visualisierung des CGDIS, vom Logo an Gebäude und Fahrzeugen bis hin zu einheitlicher Kleidung. Besonders wünschten sie sich eine Verbesserung der Infrastruktur, also ein größeres Zentrum mit besseren Räumen für die Mannschaften und Werkstätten. Kersch verwies auf die Planung eines großen Rettungszentrums inklusive Polizeikommissariat im Bereich des aufgegebenen Stahlwerks Schifflingen. Das Gelände sei bereits im Staatsbesitz, mit der - wohl von der Bauverwaltung - angegeben Planungs- und Bauphase von fünf bis sechs Jahren könne er sich nicht abfinden. Dieses Zentrum müsse schneller, so schnell wie möglich, gebaut werden. Die Sache mit dem einheitlichen Logo betrachtet auch Minister Kersch als „psychologisch wichtig!“