Blau-grün geführt

Steckbrief: Bartringen

Die Gemeinde erstreckt sich über 1.739 Hektar. Sie grenzt an Dippach, Mamer, Strassen, Reckange-Mess, Leudelingen und an die Hauptstadt. 2011 wurden 6.213 Einwohner in Bartringen gezählt, heute sind es über 8.000. Die Demokratische Partei stellt seit den Wahlen 1982 den Bürgermeister. Die DP hatte zudem von 1999 bis 2011 die absolute Majorität. Bei den Gemeindewahlen 2011 wurde eine blau-grüne Koalition geschmiedet. Frank Colabianchi (DP) wurde auf dem Bürgermeisterposten bestätigt. Er wird im Schöffenrat durch Emile Krier (DP) und Pierre Weiland (déi gréng) unterstützt.

Frank Colabianchi (DP) ist seit 2009 Bürgermeister der Gemeinde Bartringen. Kommunalpolitik macht das Direktionsmitglieder des Diekircher „Lycée Classique“ allerdings bereits seit nunmehr 27 Jahren. Welche Bilanz zieht er aus der zu Ende gehenden Legislatur? Wir haben nachgefragt.

Herr Colabianchi, wie gut ist das Klima in der Koalition in Bartringen?

Frank Colabianchi Wir sind ein flottes, eingespieltes Team. Auch die Zusammenarbeit mit der Opposition klappt gut. Unser Anliegen ist immer, einen Konsens heraus zu arbeiten, im Sinne der Bürger unserer Gemeinde.

Trotzdem gab es ja einige Auseinandersetzungen um die Neugestaltung des Dorfzentrums...

Colabianchi Das ist wohl richtig. Das „Shared Space“ und die Neugestaltung des Dorfzentrums waren umstritten. Einzig und allein die DP stützte das Projekt zu 100 Prozent. Die CSV war kategorisch dagegen, die LSAP und sogar die Grünen waren beispielsweise gegen die neue Parkanlage samt Spielplätzen! Aber die Kritik hat sich gelegt.

Der Beweis, dass „Shared Space“ funktioniert, wurde erbracht und ich empfinde es als große Genugtuung, dass Leute von nah und fern kommen, um sich das anzuschauen. Es ist uns wirklich gelungen, das Dorfzentrum dadurch zu revitalisieren.

Und zu beruhigen. Aber insgesamt nimmt der Verkehr durch Bartringen zu. Ihre größte Herausforderung?

Colabianchi Das ist sicher eine der größten Herausforderungen. Der Anziehungspunkt Hauptstadt ist nicht weit und auch Bartringen und die Anrainergemeinden wachsen. Wenn am Tossenberg in Mamer ein großes Bauprojekt entsteht, hat das natürlich Auswirkungen auf Bartringen. Ich würde mir da eine bessere Koordination wünschen.

Die Verbesserung der Mobilität steht im Zentrum der Bemühungen des DICI-Zusammenschlusses der Gemeinden im Südwesten der Hauptstadt. Was hat es gebracht?

Colabianchi Da wird richtig gearbeitet, auch wenn dies von der breiten Öffentlichkeit vielleicht nicht direkt wahrgenommen wird. Wir konnten zum Beispiel die Busverbindungen besser abstimmen und das Radwegenetz ausbauen. Übrigens werden wir bei der sanften Mobilität bald gemeinsam innovieren. Bartringen hat als erste Gemeinde Luxemburgs den Bürgern elektrische Fahrräder zur Verfügung gestellt. Diese Idee wurde vom DICI aufgenommen und wird 2018 umgesetzt. Ab dann steht im DICI-Gebiet ein Fahrradverleihsystem bereit, welches teilweise elektrische Bikes anbietet.

Eine immer wiederkehrende Sorge ist jene um die Erdöltanks auf dem Gemeindeterritorium. Gibt es da etwas Neues?

Colabianchi Momentan nicht. Der zuständige Minister - dem wir vertrauen - hat versprochen, dass die Tanks verlegt werden. Allerdings gibt es noch keinen neuen Standort und die Tanks werden wohl noch einige Zeit lang bleiben. Aber wir beschäftigen uns natürlich regelmäßig mit der Problematik. In punkto Sicherheit ist da sehr viel passiert.

Wie steht es um die Schulinfrastrukturen? Reichen die aus?

Colabianchi Man muss natürlich beizeiten in neue Infrastrukturen investieren und wir tun das auch. Das nächste Großprojekt in dem Bereich wird die Renovierung der Schule bei der Gemeinde darstellen. Der Gemeinderat hat das „avant projet sommaire“ gestimmt und die Bauarbeiten werden 2018 in Angriff genommen werden können. 2022 dürften sie abgeschlossen sein. Dann wird eine neue „Maison Relais“ mit Platz wird für rund 480 Kinder bereit stehen, sowie eine neue, größere Sporthalle. 

A propos Jugendliche: im Koalitionsprogramm von 2011 wird ein Jugendhaus angekündigt.

Colabianchi Das kommt ab Januar. Wir suchen momentan nach Personal für diese Struktur, die wir zunächst zwei Jahre testen wollen.

Bleiben die Sportinfrastrukturen im Zentrum des Dorfes?

Colabianchi Wir haben das Centre Atert ausgebaut und die Spielflächen verdreifacht, die Fußballanlage A. Wolff wurde komplett übernommen und wird mit zwei neuen synthetischen Feldern in die neue Saison starten, in die Tennisanlage wurde Geld gesteckt, eine „Pétanque“-Anlage mitsamt Clubhaus errichtet, die Skaterpiste neu angelegt, eine zusätzliche Sportfläche im zentralen Park errichtet und nun wird auch die sogenannte „Hall Poly“ erneuert und vergrößert. Ich finde es positiv, wenn solche Infrastrukturen im Dorfkern sind. Denn das bringt Leben dorthin. Es ist wichtig für uns, dass es in unserer Gemeinde so viele Treffpunkte wie möglich gibt. Das ist gut für die Integration in unserer Kommune, die zu 55 Prozent aus Nicht-Luxemburgern besteht.

Die Gemeinde Bartringen ist kürzlich Besitzerin des Alters- und des Pflegeheims geworden. Was möchten Sie daraus machen?

Colabianchi Aus den beiden unmittelbar beieinander liegenden Häusern soll eine Einheit werden. Die Senioren sollen nicht große Schritte unternehmen müssen, wenn sie von einem ins andere wechseln möchten. Die Kombination solcher Einrichtungen ist derzeit gesetzlich noch nicht vorgesehen, aber wir sind momentan dabei mit den zuständigen Behörden nach einer Lösung zu suchen. Wir möchten auch das betreute Wohnen in unserer Gemeinde fördern und haben deshalb mit einem privaten Bauträger diesbezüglich ein Projekt im Visier.

Was tut Bartringen für mehr Wohnraum?

Colabianchi Es gibt derzeit eine Menge Baustellen und auf Helfenterbrück, im Wénkel oder auf Rilspert werden unter anderem neue Projekte entstehen.