LUXEMBURG
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„Patiente-Vertriedung“: Besuchsrecht, Begleitung von Sterbenden und Versorgung aller Patienten sicherstellen

Die „Patiente-Vertriedung“ (PV) appelliert in einem offenen Brief an Gesundheitsministerin Paulette Lenert, bei den zuständigen Instanzen einzugreifen, „um sicherzustellen, dass auch in der aktuellen Situation das Besuchsrecht, die Begleitung von Sterbenden so wie auch die Versorgung aller Patienten gesichert ist“. Entgegen der Zusicherung der Ministerin, dass sich um alle Patienten gekümmert werde, erhalte der gemeinnützige Verein das Echo von Patienten, „das dem leider nicht so ist“.

So würde Angehörigen das Besuchsrecht mit Verweis auf die Coronavirus-Bestimmungen verweigert werden. Doch „nicht jeder Patient ist ein Covid-19-Patient und auch nicht jedes Spital betreut Covid-19-Patienten in ihrem Haus“, schreibt die PV und nennt beispielsweise die CHEM-Niederlassung in Niederkorn. Bei Geburten sollte hingegen der Partner dabei sein können, was derzeit nicht möglich ist. Besonders schwierig sei die Situation, wenn ein Patient oder Bewohner eines Altenheims im Sterben liegt und selbst dem engen Familienkreis verweigert wird, ihren Angehörigen noch einmal zu sehen. Sowohl für die Angehörigen und ihren Trauerprozess wie auch für die Betroffenen selbst sei das aber ein „wichtiges Element“. Auf der anderen Seite erreichten die „Patiente-Vertriedung“ Beschwerden, dass viele Behandlungen und Untersuchungen abgesagt werden, „mit der Begründung, dass Coronavirus-Patienten die Priorität hätten“. Angesichts eines allgemeinen Rückgangs in den Notaufnahmen fragt sich der Verein, ob diese Termine nicht doch wahrgenommen werden könnten. Zum Teil könnten Patienten auch keinen Termin ausmachen. „Betroffen sind unter anderem auch Patienten, wo ein Verdacht auf Krebs besteht und die dringend eine Untersuchung brauchen, wie auch chronisch kranke Patienten, deren Behandlung einfach unterbrochen wurde, weil sie keine Covid-19-Patienten sind“.