LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

SMAF stellen ihr neues Album vor

Am 24. Januar werden die Besucher des hauptstädtischen Cafés „de Gudde Wëllen“ an einer spannenden musikalischen Reise durch einen einzigartigen Mix aus verschiedensten Soundrichtungen teilnehmen können. Die deutsche Band SMAF, die einigen vielleicht aus der Late-Night-Show von Pierre M. Krause bekannt sein dürfte, wird mit der luxemburgischen Jazz-Sängerin Claire Parsons ihr zweites Album „Boom“ vorstellen. Der aus Deutschland stammende Bassist Sebastian Flach, der seit 2015 in Luxemburg lebt und unter anderem in der Band von David Laborier und Daniel Balthasar spielt, hat uns in die Tiefen der Soundwelt von „Smaf“ entführt und erklärt, dass einige schlaflose Nächte als frischgebackener Vater tatsächlich inspirierend sein können.

Wer versteckt sich hinter dem Namen SMAF?

SEBASTIAN FLACH SMAF setzt sich aus meinen Initialen zusammen, Sebastian Marc Anton Flach - die meisten nennen mich Schlappe. Das Projekt gibt es seit 2013, den Beginn machte der Versuch, eine musikalische Visitenkarte im Studio zusammenzustellen, um meine Musikvisionen und -präferenzen bündeln und vorzeigen zu können.

Das wurde nach und nach immer cooler, sodass wir bald den Entschluss gefasst haben, dies weiter aufzubauen und auch live aufzutreten. 2015 gingen wir erstmals auf Tour und waren auch bereits drei Mal in Luxemburg. „Wir“, das sind drei Freunde aus Mannheim, Simon Seeleuther an der Gitarre und am Pedalsteel, Christian Huber am Schlagzeug und André Haaf spielt die Orgel und Wurlitzer, und ich, ich spiele Bass und den Moog.

Smaf klingt wie…

FLACH Man kann sich unseren Sound als eine Art Soundtrack für einen neuen Tarantino-Film vorstellen, bei dem man auf Acid in die Disco geht. Charakteristisch für uns sind drei Stile der 60er Jahre. In den Stücken sind sie mehr oder weniger stark vertreten: Motown Sound, eine Art Funk-Vintage-Retro-Ding, kombiniert mit Tex-Mex-Spaghetti-Western-Gitarrenmelodien und als dritte Zutat würzen wir mit Reggaedub! Auf der neuen Platte gibt es noch ein Stück, das wesentlich elektronischer daherkommt, so als Art Retrotrance-Spaghetti-Western.

Wie kommen solche Mixturen zu Stande?

FLACH Das ist eine gute Frage. An sich ist das eine Kombination von Musikrichtungen, die ich mag. Ich höre viel elektronische Musik und produziere in diesem Bereich auch als DJ. Als Bassist liebe ich den Funk und der Sound der Spaghetti-Western-Gitarre gefällt mir auch einfach unheimlich gut. Als wir die erste Platte live spielten, haben wir verschiedene Teile daraus neu improvisiert, so hat sich das alles irgendwie ergeben.

Das neue Album „Boom“ beschreibt ihr als Urknall, was ist denn entstanden?

FLACH Die auffällige Kombination der Elemente ist was Neues! Es ist eine Art Instrumentalmusik, die einen nicht nervt, obwohl der Sound etwas ganz Einzigartiges ist. Auf diesem Album sind ein paar Stücke unseres Gitarristen dabei und zwei, die wir zusammen im Studio geschrieben haben. Andere sind gemeinschaftlich in den Proben entstanden. Aufgenommen wurden die Stücke aber live, währenddem wir alle gemeinsam in einem Raum spielten.

Gibt es einen thematischen Rahmen?

FLACH Veränderung, Endlichkeit, Vergänglichkeit und Flüchtigkeit könnten das Thema der Stücke am besten beschreiben. Der Moment der Gegenwart und die Vergänglichkeit sind von zentraler Wichtigkeit, ich denke das könnte als theoretischer Überbau des Albums bezeichnet werden. Ein persönliches Ereignis aus der Zeit war, als ich Vater geworden bin. „Sleepless and too much coffee“ ist am Anfang dieses neuen Lebensabschnittes entstanden. Auch der Weg morgens zum Kindergarten hat mich inspiriert. Ich komme am „Bambësch“ vorbei, dem der Song „Stepper in the Woods“ gewidmet ist. „Frankenstein“ symbolisiert den Ort, an dem man aus dem Wald herauskommt und über den „Fridhaff“ im Kindergarten ankommt. Das wirkt etwas spooky und geisterhaft!

SMAF spielt auch als Tv-Band, wie kann man sich das vorstellen?

FLACH Wir spielen in der Late-Night-Show von Pierre M. Krause. Da der Moderator selbst extrem locker und spontan ist, müssen wir als Band auch flexibel reagieren können. Das ist immer recht witzig. Cool ist aber auch, dass wir dabei die Gelegenheit bekommen, mit mehreren bekannten Persönlichkeiten spielen zu können. Hier können wir unseren eigenen Sound aber immer beibehalten. Dieses Jahr werden wir das auf jeden Fall noch weitermachen und dann werden wir mal schauen. Wir bestehen als Band ohnehin unabhängig und sind für die TV-Show eigens engagiert wurden.

Und am 24. Januar gebt ihr euch im „Gudde Wëllen“ die Ehre?

FLACH Ja! Als Special-Guest haben wir Claire Parsons mit dabei. Auf der Platte haben wir nämlich drei Stücke mit Gesang von Franziska Schuster drauf. Mit Claire werden wir aber noch ein paar Lieder vom ersten Album spielen, die im Original instrumental sind und jetzt mit Claire ergänzt werden. Wir als Band bieten eine Reise an, auf der man sich mit uns durch die verschiedenen Sounduniversen bewegen kann. Unser Album kann man auch schon im „Gudde Wëllen“ auf Vinyl und auf CD kaufen, ansonsten findet man „Boom“ auf Amazon und Spotify.


Die kosmische Soundtour durch eine Tarantino-Welt aus

Funk, Spaghettiwestern und Reggae findet an diesem

Donnerstag im „Gudde Wëllen“ in der Rue du St. Esprit statt.

Einlass ist ab 20 Uhr. Weitere Informationen unter

www.smafmusic.com und www.deguddewellen.lu