Nach dem historischen Verlust von 10,5 Millionen Euro 2012 und der Kehrtwende 2013 auf einen bescheidenen Nettogewinn von 1,9 Millionen Euro konnte die LuxairGroup gestern für 2014 eine weitere Verbesserung des Ergebnisses melden: Unter dem Strich stand am Ende der Bilanz ein Nettogewinn von 9,7 Millionen Euro. Und das trotz weiterhin hohen Wettbewerbsdrucks, wie Luxair-Verwaltungsratspräsident Paul Helminger betont.
Die letzte Wirtschaftskrise säße noch allen im Nacken, auch den Wettbewerbern, und so sei das Wachstum, das Luxair in fast allen Geschäftsbereichen zu verzeichnen hat, hauptsächlich einer Steigerung der Einnahmen und einer strengen Kostenkontrolle zu verdanken. „Angesichts des ungünstigen Umfelds, in dem das Unternehmen das ganze Jahr über gearbeitet hat, ist dies ein so nicht erwarteter Erfolg, der ein gutes Omen für die Zukunft ist“, sagte Helminger, der fortfährt: „Alle Mitarbeiter hatten Anteil am guten Ergebnis“. Da das Management die Courage habe, die Probleme, mit denen das Unternehmen konfrontiert sei, anzugehen, könne Luxair „mit gewisser Zuversicht in die Zukunft schauen“.
Adrien Ney, Generaldirektor der LuxairGroup meinte dazu: „Im Laufe der letzten beiden Jahre hat LuxairGroup ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis gestellt und es damit geschafft, sich dem Wettbewerb zu stellen.“ Er betonte, dass es Luxair gelang, die Passagierzahlen bedeutend zu steigern - um fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr - sowie den Verlust im Airline-Geschäft um 30 Prozent zu reduzieren.
Die Linienflug-Sparte, die stets negative Zahlen schrieb, wies 2012 einen Rekordfehlbetrag von 16,8 Millionen minus auf, 2013 war es ein Verlust von zwölf, letztes Jahr „nur noch“ von 8,4 Millionen Euro. Gewinnbringer der Gesellschaft ist und bleibt der Geschäftsbereich LuxairTours, der gegenüber 9,4 Millionen Euro Gewinn im Jahr 2013 letztes Jahr 10,1 Millionen erwirtschaftete.
LuxairCargo bleibt stabil, LuxairTours legt weiter zu
Während der Geschäftsbereich LuxairServices, darunter fällt unter anderem das Catering-Geschäft, schwächelt, nachdem Kunden wie City Jet weggefallen sind - die Airline stellte letztes Jahr ihre Flüge von Luxemburg nach London ein -, läuft das Frachtgeschäft wieder besser, und LuxairCargo konnte mit der Steigerung des Frachtvolumens um fünf Prozent das operative Ergebnis stabil bei 1,7 Millionen Euro halten.
Doch Ney weist auch darauf hin, dass die heutige Frachtrate noch deutlich von der von 2007 entfernt ist. Auch der Luxair-Chef weiß, dass also noch lange nicht alles gut ist, weshalb die LuxairGroup tatkräftig neue Kunden, neue Märkte, neue Wachstumschancen suche - und dabei auch kräftig investiere.
Wachstum durch Investitionen
Denn in den 9,7 Millionen Nettogewinn stecken auch etwa 3,5 Millionen, die aus dem Verkauf von Anteilen an Cargolux herrühren, die Luxair letztes Jahr dem Staat verkaufte. Cash in der Kasse, das es im laufenden Jahr so nicht geben wird.
Zudem habe das Geschäft im letzten Jahr auch deutlich von verringerten Treibstoffkosten, die inzwischen wieder um einiges gestiegen sind, profitiert. Die Antwort darauf seien Investitionen, um das Geschäft breiter aufzustellen. Neue Hochlader, die es ermöglichen, bis zu sechs Boeing 747 gleichzeitig abzufertigen, wurden darum letztes Jahr angeschafft, und nach der letztes Jahr beschlossenen Flottenerneuerungsstrategie kommen Ende dieses Jahr zwei neue Bombardier hinzu, eine weitere im kommenden Jahr. Insgesamt sieht das Management ein Investitionspotenzial, das sich auf 250 Millionen Euro beziffert.
Dazu gehört die Erweiterung des Cargocenters am Findel, ein neuer Hangar 2017, ein neues Catering-Gebäude, die neuen Flugzeuge, aber auch, die Präsenz in der Großregion zu steigern, neue Partnerschaften mit Reiseagenturen und Hotelketten. Ney ist zuversichtlich, dass auch 2015 die Geschäftszahlen positiv steigen und geht davon aus, dass man zusammen mit einer stetigen Ausweitung des Streckennetzes Ende des Jahres die Zahl der Passagiere und auch die Einnahmen um etwa elf Prozent gegenüber 2014 gesteigert haben wird.
„Damit das funktioniert, müssen wir profitabel arbeiten“, erklärte Ney, der darauf hinweist, dass die Luxair inzwischen die vielleicht einzige regionale Fluggesellschaft ist, die unabhängig operiert.
Der gute Geschäftsverlauf habe es in Zusammenarbeit mit der Adem auch erlaubt, 150 neue Mitarbeiter fest als Vollzeitkräfte einzustellen, obwohl insgesamt der Anteil der Personalkosten im Vergleich zu den Einnahmen deutlich gestiegen sei.


