LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Grund- und Sekundarschulklassen werden ab dem 29. Juni wieder zusammengeführt - Sicherheitsmaßnahmen und Organisation unverändert

Im Sinne der Bildungschance der Schüler hat die Regierung gestern beschlossen, die Aufteilung der Klassen in zwei Gruppen in der Grund- und Sekundarschule wieder aufzuheben. Vom 29. Juni bis zum Beginn der Sommerferien Mitte Juli sollen die Klassen in ihrer ursprünglichen Konstellation wieder zusammengeführt werden.

Durch den Wegfall des Systems der Lern- und Übungswochen würden den Klassen 13 gemeinsame Tage bleiben, um Rückstände aufzuholen und ein „außergewöhnliches Schuljahr normal abzuschließen“. Zu diesem Zweck sollen die Klassenlehrer auf die zusätzlich rekrutierten Aushilfslehrkräfte zurückgreifen können. „Jeder soll fit sein für die nächste ,Rentrée‘“, erklärte Bildungsminister Claude Meisch (DP) gestern auf einer Pressekonferenz. Weitere Maßnahmen in diesem Sinne sind in den Sommerferien geplant.

Näheres sagte der liberale Minister dazu gestern noch nicht. Auf Nachfrage stellte Meisch auch einen „großen Schritt“ Richtung Normalität für Kinderkrippen ab dem 15. Juli in Aussicht. Am kommenden Freitag sei in diesem Punkt mit weiteren Informationen zu rechnen.

Die Zusammenführung der Schulklassen sei möglich, weil die „sanitäre Situation heute eine ganz andere sei“ als noch vor ein paar Wochen. Die geltenden Bestimmungen - Maskentragen im Schulgebäude, Desinfektion der Hände, geschlossene Kantinen und weitere - gelten weiterhin. Das erlaube es, in den Klassenräumen, die Masken abzulegen und die Distanz nicht unbedingt einzuhalten. Der Ressortminister kündigte indes auch eine parallele Covid-19-Testung von Schülern und Lehrern an. Gefährdete Schüler und Lehrer bleiben indes im Modus Fernunterricht.

In den Grundschulen ist ab Montag auch wieder Schulsport möglich, wobei die Empfehlung der Regierung lautet, vor allem draußen Aktivitäten vorzusehen. Auch Ausflüge und Schulkolonien sind wieder möglich. Dabei gelten die Hygieneregeln des Besuchsorts.

Reproduktionswert knapp über 1

Im Vergleich zum Vortag vermeldete das Gesundheitsministerium gestern acht neue positiv getestete Covid-19-Fälle. Die Zahl der aktiven Infektionsverläufe steigt damit auf 45. Rund 138.500 Tests wurden seit Beginn der Krise durchgeführt. Die effektive Reproduktionsrate des Virus überschreitet inzwischen nach Wochen wieder den kritischen Wert von 1: Er liegt bei 1,020. Der Wert beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Bei einem Wert von 1 steckt eine Person im Schnitt eine andere an.