LUXEMBURG
MARCO MENG

Cargolux legt zu: Acht Millionen Gewinn 2013 gegenüber 35 Millionen Verlust 2012

Bei Cargolux geht es wieder aufwärts. „Ein Jahr des operationellen und finanziellen Aufschwungs“ meldete die Luxemburger Frachtairline am Mittwoch nach der Jahreshauptversammlung. Der geprüfte Jahresabschluss für das vergangene Jahr weist nach dicken roten Zahlen zuletzt erneut schwarze Zahlen auf: Cargolux erwirtschaftete einen Netto-Jahresgewinn von 8,4 Millionen US-Dollar (rund 6,07 Millionen Euro) gegenüber einem Netto-Verlust von 35,1 Mio. Dollar 2012. Im Vergleich zu den 275 Millionen Dollar, die die Aktionäre zwischen Februar 2013 und April diesen Jahres als Kapitalerhöhung in die Gesellschaft zuschossen, nur ein bescheidener Vertrag. Es scheint aber wieder, auch operationell, nach oben zu gehen. Denn obwohl sich die Luftfrachtindustrie den größten Teil des Jahres 2013 immer noch schwer tat und laut Weltverband IATA die Luftfracht lediglich um 1,2% zulegte, die angebotenen Kapazitäten der Luftfrachtlinien aber um 2,6%, konnte Luxemburgs Frachtline - die achtgrößte der Welt nach geflogenen Tonnenkliometern - den Gesamtumsatz um 14,4% auf 1,9 Mrd. Dollar steigern. Die verkauften Tonnen stiegen nach Unternehmensangaben statt um die geplanten 13,5% um ganze 16,7% auf 753.848 Tonnen - was ein Rekord der Tonnage darstellt. Die durchschnittliche Auslastung ging hingegen um 0,9 Prozentpunkte auf 67,7% zurück: Die tägliche Auslastung der Flugzeuge lag bei 14:57 Blockstunden gegenüber 15:07 Blockstunden in 2012, wobei man erwähnen muss, dass Cargolux letztes Jahr drei zusätzliche Boeing 747-8 in die Flotte aufgenommen hat, zudem wurde eine Boeing 747-400F, die ursprünglich im Laufe des Jahres ausgemustert werden sollte, weiterbetrieben. Verbessert hat sich das Verhältnis von Fracht und Transportstrecke auf 5,7 Millionen Tonnenkilometer gegenüber 4,8 Millionen im Jahr 2012.

Cargolux-Verwaltungsratpräsident Paul Helminger dankt denn auch Richard Forson dafür, „Cargolux sicher durch die Turbulenzen der Jahre 2012 und 2013 gebracht zu haben in seiner Rolle als Interim-Geschäftsführer“ und den Weg für Dirk Reich, der die Leitung der Airline im März übernahm, geebnet zu haben.

2014 - das Bewährungsjahr

Für 2014 erwartet Cargolux-Präsident und CEO Dirk Reich leichte, wenn auch „keine wesentlichen Verbesserungen am Markt“. Die Prioritäten lägen deswegen bei Wachstum und Ausweitung des globalen Streckennetzes. Die Treibstoffkosten, die letztes Jahr um mehr als zehn Prozent anstiegen, machen 47,6% der gesamten operationellen Kosten aus, die Personalkosten der weltweit rund 1.500 Mitarbeiter nahmen um 3,7% auf 240,4 Millionen Dollar zu, ebenso legten die Kosten für Überflugsrechte zu. Ein Ziel, das man sich deswegen gesetzt hat, ist beispielsweise die Treibstoffeffizienz um 1,5% pro Jahr zu verbessern und auch operationell die Effizienz zu steigern. „Gleichzeitig schauen wir auch auf Effizienz und Leistungsverbesserungen“, so Reich, der sich zuversichtlich zeigt, dass man bald die ersten greifbaren Ergebnisse der Zusammenarbeit mit dem neuen Anteilseigner HNCA sehen werde.