LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Kulturministerin Maggy Nagel besuchte die neuesten Ausgrabungen auf dem Place Guillaume

Unter dem Pflaster liegt nicht der Strand, wie ehemalige Spontis behaupteten, sondern der Grund warum der Knuedler Knuedler heißt. Bevor die Erweiterung des Parkhauses unter dem Platz, offiziell „Place Guillaume“ in Angriff genommen wird, haben die Archäologen das Sagen. Bei den ersten Ausgrabungen am Nord-Ostrand des Platzes ist man schon jetzt auf interessante Spuren getroffen, die Zeugnis über die Stadtentwicklung mehrerer Jahrhunderte geben. Mit Grabstätten hatte man schon gerechnet, aber man stieß jetzt auch auf ein Osuarium, ein Beinhaus.

Gestern besuchte Kulturministerin Maggy Nagel die Ausgrabungsstätte und lies sich vom Chefarchäologen Foni Le Brun-Ricalens und der Konservatorin Christiane Bis die Arbeiten und die ersten Ergebnisse erläutern.

Südlich der aktuellen Ausgrabung liegen die Reste der zerstörten Franziskanerkirche, Franziskaner waren die Mönche mit dem einfachen Strick um den Bauch der von Knoten gehalten wurde - also nannten sie die alten Luxemburger „Knuedler“.

Ein Kraftakt

Die Parkhauserweiterung unter dem Knuedler ist eine große technische Herausforderung. Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können, wird unter (!) den archäologischen Resten, den Grundmauern der Kirche und des Klosters, eine Betondecke eingezogen um den Erhalt des Bodendenkmals zu sichern. Später sollen Pfeiler so durch das historische Kirchenareal abgesenkt werden, ohne dass sie Schaden anrichten.

Für Maggy Nagel ist diese Ausgrabung ein gutes Zusammenspiel zwischen dem Archäologischen Dienst und der Stadt Luxemburg. Für die Zukunft hat sich die Ministerin vorgenommen den Bauherren die Angst vor den Archäologen und dem Denkmalschutz zu nehmen. In Zukunft wolle man die Leute „begleiten“ um den Reichtum im Boden zu respektieren und auf Kooperation setzen.