LUXEMBURG
INGO ZWANK

„Amateurastronomen Luxemburg“ laden zu einem besonderen Naturspektakel ein

Das Weltall ist nicht sauber, sondern reich an Staub, ganz besonders in einem Planetensystem. „Eine der Quellen für diesen Staub sind Kometen, die aus Staub und Eis bestehen und bei jeder Annäherung an die Sonne einen Teil ihrer Materie verlieren. Dabei gelangen Staubteilchen in das Sonnensystem, die entlang der Bahn des Kometen die Sonne wie winzigste Planeten umkreisen“, berichtet Nicolas Feierstein, Präsident der AAL, der „Amateurastronomen Luxemburg“. Und dies hat dann ein besonderes Naturschauspiel zur Folge - und zwar immer Mitte August. Dann ist der Sternenhimmel um eine besondere Attraktion, die Perseiden, reicher.

Komet 109P/Swift-Tuttle ist die Ursache

Kreuzt die Erde nun die Bahn eines solchen Kometen, dann dringen die winzigen, oft nur Mikro- oder Millimeter kleinen Staubteilchen mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre ein, „wo sie in ca. 80 bis 100 Kilometer Höhe praktisch schlagartig verdampfen und einen kleinen Feuerball bilden“, erzählt Feierstein. Hinter dem verdampften Teilchen bildet sich ein Kanal ionisierter Atmosphäre, „der durch Rekombination leuchtet. Wir sprechen dann von einer Sternschnuppe.“ Dieser Meteorstrom Mitte August ist einer der stärksten des Jahres und zieht aufgrund der Jahreszeit immer die Aufmerksamkeit auf sich: Die Perseiden, die aus Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle bestehen. Jedes Jahr zwischen dem 8. und 15 August kreuzt die Erde auf ihrem Weg um die Sonne die Umlaufbahn der Teilchen dieses Stroms. Für Beobachter auf der Erdoberfläche scheint der Ursprung aller dieser Sternschnuppen im Sternbild Perseus zu liegen, von dem sich ihre Bezeichnung als Perseiden ableitet. „Das ist falsch“, stellt Feierstein klar, der Ursprung liege klar in den Restspuren des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Im Volksmund werden die Sternschnuppen übrigens als „Tränen des Laurentius“ bezeichnet, weil sie am Namenstag dieses Heiligen auftreten. Da das Sternbild Perseus am Abend aufgeht, können erste Sternschnuppen bereits nach Eintritt der Dunkelheit beobachtet werden. Richtig hoch steigt das Auftreten aber erst in der zweiten Nachthälfte. „Ich bin jetzt über 40 Jahre dabei“, sagt Feierstein, „und vor gut 20 Jahren hatten wir einmal das Glück, 400 Sternschnuppen in einer Stunde zu erfassen.“ Natürlich kann man die Sternschnuppen nicht mit dem Teleskop erblicken, doch „wir wollen bei dieser Gelegenheit am Mittwoch auch den Besuchern andere Sternbilder zeigen und erklären“, stellt Feierstein klar.


Am morgigen Mittwoch, 12.August, laden die Amateurastronomen ab 22.00 zum Sternschnuppen-Event ein; Treffpunkt ist die Donatuskapelle zwischen Eschweiler und Beidweiler. Alle Freunde der Astronomie sind herzlich eingeladen - jeder kann auch sein Teleskop mitbringen - alle Infos gibt es auch auf www.aal.lu