CLAUDE KARGER

EU-Klimaverhandlungschefin Carole Dieschbourg versucht, wie es scheint, alle Hebel in Bewegung zu setzen, damit die Weltklimakonferenz in Paris zum Jahresende ein Erfolg wird. Dort riskieren nämlich, orkanartige Gegenwinde zu herrschen, da ist es gut, wenn einem der Himmel hold ist. Kommende Woche reist die grüne Spitzenpolitikerin sogar mit 20 Amtskollegen zur Papst-Audienz nach Rom, um mit Franziskus über die Klimarettung zu parlieren. Wie viel Flugzeug-CO2 das wohl wieder kostet? Na, Hauptsache die EU-Umweltminister können danach mit überirdischem Rückenwind rechnen. Argem Seitenwind hatte schon mal der CSV-Fraktionboss zu trotzen. Den Beweis brachte gestern der „Le Quotidien“, wo ein jugendlicher Claude W. mit sturmzerzauster Mähne ziemlich rebellisch aus Seite Zwei blickt. Der „Belairer Bouf“ erzählte dem Blatt von früheren Urlaubserlebnissen bei den Scouts und der christlichen Studentenjugend. Schluss mit dem Sandburgenbau und sonstigem Ferien-Kinderkram machte Claude W. anscheinend schon mit 10. „A partir de cet âge, les vacances sont devenues culturelles“, erinnert er sich, „le nombre des musées et des églises à voir était impressionnant“. Zwischendurch verschlang er übrigens einen Winnetou nach dem anderen. Früh informiert sich eben, wer ein Häuptling werden will.