PASCAL STEINWACHS

Wir wissen nicht warum, aber irgendwie hat sich die Politredaktion des OGBL-„Tageblatt“ (im Gegensatz zur Chefredaktion) noch immer nicht so recht mit der arbeitgeberischen Seite der so genannten Sozialpartner angefreundet, wie ein gestriger Kommentar des „T“-Politchefs aufzeigen dürfte. So fragte sich dieser, welche Bücher Unternehmerboss Michel Wurth denn so alles „während seiner Jugendzeit (oder auch später)“ konsumierte - „War es Karl May? Ritt er heimlich als Winnetou durch die Weiten des Wilden Westens oder träumte er sich als Rächer der Enterbten mit Pfeil und Bogen durch den Sherwood Forest?“ - , nur weil dieser sich bei seiner vorgestrigen Rede zum Europäischen Semester „für die Starken, Reichen und zum Glück nicht immer Schönen“ eingesetzt haben soll.

Da loben wir uns doch die Römer, die tatsächlich viel Schönes haben, gestern aber gleich mehrere nackte Statuen auf dem Kapitol verhüllt haben, um Irans Präsident Ruhani nicht zu viel Adams- und Evakostümigkeit zuzumuten. Hierzulande brauchen wir indes nicht einmal einen Perser als Auslöser, um so was Dämliches auszuhecken, sondern uns genügt schon eine Muttergottesoktave, wo (1995) während der Schlussprozession eine Statue von Niki de Saint Phalle verhüllt wurde...