LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Philippe Prunneaux und seine Frau Nika Antalova haben mit Zwoice.com eine Absatzmöglichkeit für alternative Produkte geschaffen - Ihr Ziel: Zero Waste

Als ihr Sohn 2016 geboren wurde, änderte sich bei Philippe Prunneaux und seiner Frau nicht nur der Alltag. Sie wollten auch etwas anderes bewirken, einen Einfluss auf die Umwelt haben. „Wir haben immer schon darauf geachtet, möglichst wenig Müll zu produzieren und Bioprodukte einzukaufen“, erzählt der Franzose, der mit seiner slowakischen Frau 2010 nach Luxemburg kam. „Durch die Geburt unseres Sohnes wollten wir das wirklich leben. Es ging weit über das hinaus, was wir zu Hause tun.“

Gemeinsam kam das Paar auf die Plattform „Zwoice.com“. „Das ist eine Plattform, für die wir Kriterien festgelegt haben. Dann haben wir Verkäufer kontaktiert, die diese Kriterien erfüllten“, erklärt der Finanzexperte, der zwischenzeitlich seinen Job im Finanzwesen aufgab. Zwar waren beide keine Programmierer, aber sie schafften es, alles selbst zu gestalten. Seit dem ersten März können Kunden auf Zwoice einkaufen. Dort gibt es Kleidung für Damen, Herren und Kinder, Kosmetika, Spielzeug, Dekorationsartikel, Schmuck und Alltagsbedarf. Rund vierzig Verkäufer haben sich angemeldet, noch nicht alle sind schon für den Verkauf bereit.

„So lange sie die Ware nur anbieten, zahlen sie nichts. Wenn sie etwas verkaufen, erhalten wir eine Kommission von 15 Prozent“, erklärt Prunneaux. Beide Gründer haben festgelegt, dass nur Biobaumwolle verkauft wird und beispielsweise keine Kunstfasern. „Deshalb mussten wir auch einigen Verkäufern absagen, die wir selbst kontaktiert haben“, berichtet der Gründer. „Wir sehen das als Onlinemarkt, der noch wachsen wird.“

Noch reichen die Erträge nicht, um davon zu leben. Deshalb hat Prunneaux wieder eine Festanstellung angekommen, während Antalova sich um die E-Plattform kümmert. Die ersten Kunden kommen aus Luxemburg, aber auch aus Deutschland oder der Slowakei. Die Ware wird bislang auf Englisch und Französisch angeboten. „Wir verstehen uns als europäisches Angebot. Demnächst werden noch Sprachen wie Deutsch oder Spanisch hinzukommen“, sagt Prunneaux. Das Paar hat durch sein Angebot auch selbst neue Produkte entdeckt. Gleichzeitig haben sie gemerkt, dass viele Menschen überhaupt nicht über Probleme der Umwelt informiert sind. „Wir hoffen, dass wir hier einen positiven Einfluss haben“, sagt der Gründer. „Unser Ziel ist es, wirklich bei der Konsumauswahl zu helfen. Einen Konsum, bei dem Umwelt zerstört wird und Dinge einfach weggeworfen werden, wollen wir nicht.“

www.zwoice.com