LUXEFMBURGCLAUDE KARGER

„Rentrée“ beim LCGB im Zeichen der anhaltenden Krise und der Sozialwahlen

Wir können nicht akzeptieren, dass die Tripartite seit Ende 2010 nicht mehr zusammenkommt“, sagte LCGB-Präsident Patrick Dury gestern bei der Pressekonferenz der Gewerkschaft zur „Rentrée“. Besonders in diesen schwierigen Zeiten sei der Sozialdialog enorm wichtig. Und die Zeiten würden bis auf Weiteres auch schwierig bleiben, selbst wenn die Konjunktur in Europa erste Erholungszeichen zeige.

Luxemburg braucht ein neues „Business Modell“

Vor dem Hintergrund des Wandels am Finanzplatz und im Industriebereich sowie dem Wegbrechen von Einnahmen aus dem elektronischen Handel ab 2015, brauche Luxemburg ein neues „Business-Modell“, das alle Akteure der Wirtschaft gemeinsam ausarbeiten müssten. „Die Nischen-Politik ist vorbei“, konstatierte Dury.

Die Ausführungen des LCGB-Präsidenten waren natürlich vor allem auch Botschaften an die Parteien im Blick auf die Parlamentswahlen am 20. Oktober.

„Cellules de reclassement“ ausdehnen, Index sichern

Dury, der keine Wahlempfehlung abgab, mahnte unter anderem eine neue Herangehensweise beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit an, die Ausdehnung der aus dem Industriesektor bekannten „Cellules de reclassement“ auch auf andere Branchen, Verbesserungen beim Zugang zur Weiterbildung, die Ausarbeitung einer progressiven Vorruhestandsregelung, die Aufhebung der Beitragsdeckelung zur Steigerung der Renteneinnahmen und mehr Mitbestimmung der Arbeitnehmervertreter in den Betrieben. Am Indexmechanismus dürfe indes nicht gerüttelt werden, der Kaufkraft der Bürger und im Endeffekt der hiesigen Wirtschaft zuliebe. Es gebe keine Alternative zum Indexsystem. „Wenn die Krise zum Ende kommt besteht kein Grund, dass der Index nicht wieder voll spielen soll“, meinte Patrick Dury zur Frage, ob seine Gewerkschaft nach Auslaufen der Modulierung 2014 eine weitere Abänderung mittragen würde.

„Die Finanzierung der Sozialwahlen ist gesichert“

Die Wahlempfehlung für die Sozialwahlen vom 13. November ist natürlich klar: LCGB, Liste 2. Man wolle sich im Sozialwahlkampf jeglicher Polemik enthalten, so Dury auf die vom OGBL immer wieder aufgegriffene Idee einer Einheitsgewerkschaft. Zur finanziellen Situation des LCGB, der zeitweilig in eine Schieflage geraten war, was eine Restrukturierung nach sich zog, entgegnete der Gewerkschaftspräsident, dass die Mitgliederbeiträge seit 2006 nicht angehoben wurden. „Die Finanzierung der Sozialwahlen ist gesichert“, so Dury abschließend.