LUXEMBURG
CLAUDE SCHMIT, PRÄSIDENT DER "FONDATION AUTISME LUXEMBOURG"

„Autismus ist eine relativ häufig auftretende, komplexe Störung, mit einem Impakt auf die Hirnfunktion. Diese Störung unterschiedlicher Schwere tritt gewöhnlich in den ersten drei Lebensjahren auf. Die meisten Betroffenen haben so Schwierigkeiten in der verbalen und nonverbalen Kommunikation, in der sozialen Interaktion sowie in der Entwicklung ihrer Spielfähigkeit und Vorstellungskraft. Statistisch gesehen erhält eine von 100 Personen die Diagnose Autismus, was auf die luxemburgische Bevölkerung hochgerechnet demnach 5.900 Betroffene ausmachen würde. 

Das ist eine große Zahl, und deshalb ist es für uns sehr wichtig, dass alle Kompetenzen im Land gebündelt werden, um die Betroffenen und ihre Angehörigen bestmöglich zu betreuen, aber auch um die breite Öffentlichkeit besser über Autismus zu informieren. Wir finden, dass es an der Zeit wäre, einen nationalen Autismus-Plan auszuarbeiten, wie es ihn bereits in anderen Ländern gibt. Großbritannien und Irland kann man da als Beispiel nennen. Auch Spanien ist dabei, einen solchen Aktionsplan auszuarbeiten. Beispiele gibt es auch in Neuseeland und in US-Staaten wie Nebraska. Wir haben eine Psychologin der Uni Luxemburg beauftragt, einen wissenschaftlich fundierten Entwurf einer solchen Strategie anzufertigen, auf der Grundlage der Erfahrungen aller Stellen und Organisationen, die sich hierzulande mit Autismus beschäftigen. Wenn dieser Entwurf vorliegt, werden wir damit natürlich auch an die politischen Entscheider herantreten, damit sie uns ihre Position dazu mitteilen.

Das Verständnis für Autismus und die Anliegen der Betroffenen und ihrer Familien ist groß bei der Politik. Insbesondere im Familienministerium herrscht eine große Sensibilität dafür. Wir wünschen uns natürlich, dass diese auch allgemein stärker ausgeprägt ist und wir mehr Unterstützung erhalten, denn die fachgerechte Betreuung von Autisten ist finanzielle sehr aufwändig. Wir sind deshalb stark auf Spenden angewiesen sowie auf dem ehrenamtlichen Engagement. Wir freuen uns über jeden Freiwilligen, der Zeit opfert, um etwas mit autistischen Personen zu unternehmen. Wir stehen auch jedem Bürger zur Verfügung, die mit Autisten in Kontakt kommen, um ihnen Informationen zu vermitteln und ihnen eine kurze Weiterbildung anzubieten. 

Wer unverbindlich mehr über die Störung wissen möchte, ist herzlich eingeladen, heute Abend um 19.00 ins Kulturzentrum in Capellen (51, Route d’Arlon) zu kommen, wo Konferenzen zum Thema stattfinden. Wir bedanken uns für die Teilnahme und bei allen Verwaltungen, die es möglich machen, zentrale Gebäude am 2. April blau zu beleuchten. Denn dieses Blau ist die Farbe des Weltautismustags.“