LUXEMBURG
JEAN HEUSCHLING

Schon im Kontext der Regierungsbildung hatte das „Collectif Monoparental“ darauf gepocht, die „steuerliche Diskriminierung“ von Alleinerziehenden so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen und Alleinerziehende in steuerlicher Hinsicht als Familien anzuerkennen. Mit einer Petition erneuert der Zusammenschluss jetzt seine Forderung. Angesichts der klaffenden Diskrepanz zwischen den Steuerklassen 1a und 2 wolle man nicht nochmal  Jahre auf die nächste Steuerreform warten, sagt Jean Heuschling, der die Petition im Namen des Kollektivs eingereicht hat.

„Für uns als Betroffene ist klar, dass wir nicht noch mehrere Jahre auf eine nächste Steuerreform warten können, um dann möglicherweise wieder leer auszugehen oder dass, wie bei der letzten Steuerreform, Alleinerziehende am Ende noch schlechter da stehen. Denn wir wurden bei der letzten Steuerreform regelrecht  an der Nase herumgeführt. Die Steuergutschrift für Alleinerziehende wurde zwar verdoppelt, doch gleichzeitig wurde eine neue Bedingung eingeführt, indem der ‚crédit d’impôt monoparental‘, von dem bislang ohnehin nur 30 Prozent der betroffenen Haushalte profitieren konnten, neben den  Unterhaltszahlungen auch noch an das Einkommen gekoppelt wurde.

Zudem muss man daran erinnern, dass Alleinerziehende drei Jahre nach einer Scheidung in der Steuerklasse 2 bleiben und demnach überhaupt nicht vom ‚crédit d’impôt monoparental‘ profitieren können. In den unteren Gehaltsklassen nahe am Mindestlohn ist das sehr nachteilig.

Man muss wissen, dass die Diskrepanz zwischen der Steuerklasse 1A und der Steuerklasse 2 keinem Vergleich mehr standhält. Alleinerziehende bezahlen zum Teil das Vielfache  an Steuern als Verheiratete.  Es kann doch nicht sein, dass ein Alleinerziehender mehr Steuern bezahlt als ein verheiratetes Paar ohne Kinder.

Angesichts dieser unhaltbaren Situation, in der mehr  als 45 Prozent der Alleinerziehenden unterhalb des Armutsrisikos leben, fordern wir unmittelbar und rückwirkend zum 1. Januar 2018, dass

- die Alleinerziehenden nach der Klasse 2 besteuert werden

- die Steuergutschrift für Alleinerziehende von heute maximal 1.500 Euro auf 6.000 Euro vervierfacht wird und die heute damit verbundenen  Bedingungen abgeschafft werden.

- Darüber hinaus muss die Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder bei der Festlegung der Steuerabschlagsobergrenzen und der absetzbaren Beträge berücksichtigt werden, sowohl was die steuerliche Absetzbarkeit einer privaten Altersvorsorge angeht wie auch die Freibeträge für außergewöhnliche Belastungen etwa für die Kinderbetreuung.

- Der ‚crédit d’impôt salarial‘ (CIS) sowie die damit verbundenen Einkommensobergrenzen für Alleinerziehende müssen zudem verdoppelt werden.

Es ist Zeit, diese Ungerechtigkeit ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen.“