LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Arbeitsminister Nicolas Schmit zieht Bilanz nach sieben Monaten Reform der Arbeitsagentur

Er betonte, dass die Führungsmannschaft „mit kleinen Verschiebungen“ die gleiche sei, die Reform keine Verspätung habe und auch die wichtigen Zielsetzungen bleiben: der Empfang der Arbeitssuchenden sowie der Service sollen verbessert werden und den Arbeitgebern sollen die richtigen Leute zugeführt werden. Man sei auch dabei, die Jugendgarantie umzusetzen, die im Juni 2014 in Kraft treten soll. Jedem zwischen 18 und 25 soll innerhalb von vier Monaten ein Angebot unterbreitet werden. An die Jungen erging der Appell, dass es in schweren Zeiten in ihrem Interesse sei, diese Chance dann auch wahrzunehmen.

Komplexe Aufgaben und mangelndeKoordination sowie Formalisierung

Schmit zeigte sich froh, dass der Staatsminister angekündigt hat, die Mittel der ADEM anzupassen. 25 weitere Stellen wurden angefragt und nun wohl auch bewilligt. Die Posten werden für die Umsetzung der Jugendgarantie, für den Orientierungsdienst, für die Stellenvermittler und für Projektleiter genutzt. Isabelle Schlesser machte gestern drei Feststellungen. Die ADEM sei komplex, sowohl von ihren Aufgaben her als auch vom Klientel und auch wenn jeder einzelne Service gute Arbeit leiste, fehle es an Koordination.

Es gebe zu wenig Formalisierung, es sei aber wichtig, Prozesse festzuschreiben, damit jeder - ob in Wiltz oder Esch - auch denselben Service bekomme. Und drittens gebe es keine Zielführung je nach Kundenprofil, sondern jeder werde prozedural gleich behandelt, unabhängig von seiner spezifischen Problemstellung. „Das macht es schwer, guten Service zu bieten“, sagte sie.

Man habe sich als Vision gegeben, allen Akteuren auf menschliche Art und Weise eine Perspektive zu bieten. Die konkreten Maßnahmen, die in Pilotprojekten schon umgesetzt werden, erläuterte Gaby Wagner. Der Service soll personalisiert werden und nur Leute bei den Stellenvermittlern landen, die auch für den Arbeitsmarkt bereit sind - nachdem sie im Zweifelsfall von einer multidisziplinären Mannschaft dafür fit gemacht wurden. Das Angebot an Schulungen soll katalogisiert werden. „Keiner hat derzeit einen kompletten Überblick über alles, was angeboten wird“, so Wagner.

Vertrauen der Arbeitgeber in die ADEMwieder aufbauen

Die Arbeitssuchenden und ihre Kompetenzen sowie die von den Arbeitgebern gemeldeten freien Stellen mit ihren Kompetenzanforderungen werden nach einem neuen Berufsbild-System erfasst. Das erfordere eine Umstellung von jedem, erleichtere aber langfristig die Vermittlung. Als „eine der größten Baustellen“ bezeichnete Isabelle Schlesser die Beziehung zu den Arbeitgebern, wo es gelte, wieder Vertrauen in die ADEM aufzubauen. Sie stellte für Ende des Jahres eine erste Evaluierung in Aussicht. „Wir haben derzeit nicht genug und nicht die richtigen Zahlen, um unsere Aktionen messbar zu machen.“

„Wir müssen in die ADEM eine Managementkultur bringen, krempeln die Verwaltung komplett um“, sagte Schmit, die Schienen dafür seien gelegt.