LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Cluster for Logistics feiert 10. Geburtstag - Auszeichnung der Absolventen

Das „Cluster for Logistics“ feierte gestern mit rund 120 Gästen sein zehnjähriges Bestehen in der Handelskammer. „Als es 2008 erste Diskussionen zwischen dem Wirtschaftsministerium und der Handelskammer gab, war der Erfolg des Sektors noch nicht klar“, erinnerte Cluster-Präsident Carlo Thelen, der gleichzeitig Generaldirektor der Handelskammer ist. „Damals war die Arbeitslosigkeit hoch, die gesamte Industrie in Europa war betroffen.“ Damals stand der heutige Finanzminister Pierre Gramegna an Thelens Platz und Jeannot Krecké war Wirtschaftsminister. Beide waren gestern vor Ort.

„Am Anfang fragten mich die Leute, was das überhaupt soll“, bestätigt Gramegna, der als Student erstmals mit dem Thema Distribution in Berührung kam. Er lobte, dass Luxemburg es geschafft habe.

Tatsächlich ist aus dem ehemaligen WSA-Militärgelände ein Logistikhub geworden, Unternehmen wie Kuehne&Nagel, DHL aber auch Arthur Welter investieren und bauen aus. Luxemburg gehört zu den Top 20-Logistikzentren, spezialisiert sich mit Kühlkettenlogistik, Start-ups und Umweltprogrammen für Logistiker. Auch deshalb führten verschiedene Unternehmen wie Fanuc Roboter und Programme vor.

Zwei Ausbildungsgänge - einmal zum Logistiktechniker, einmal zum Logistikmaster an der Universität Luxemburg - sind entstanden. Gestern wurden die ersten Absolventen ausgezeichnet. Jennifer Klautsch, Lucy Kaufmann und Richard Graul, der abwesend war, wurden als beste Logistiktechniker prämiert. Dazu haben sie eine dreijährige Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule absolviert. „Logistik ist die Zukunft“, antwortet Kaufmann auf die Frage, warum sie die Ausbildung macht. Jetzt möchte sie zu Cargolux. Als bester Student des „Master in Supply Chain Management“ wurde Jérôme Schank ausgezeichnet. Er hatte mit Cargolux eine Diplomarbeit über die profitabelsten Kunden verfasst.

Der Logistiksektor ist heute von Digitalisierung, Start-ups, Drohnen und Online-Programmen geprägt. Deshalb kommen die Datenzentren gerade recht, wie Thelen unterstrich. Wirtschaftsminister und Vizepremier Etienne Schneider betonte, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, dass ein Land ohne Meereszugang Logistikzentrum wird. Er verwies auf den Multimodal-Hub in Bettemburg, die Anbindung an China und bald anstehende Investitionen. „Mission erfüllt“, resümierte er mit Blick auf die Entwicklung des Clusters und 215.000 m2 neue Flächen für Logistiker. Tobias Jerschke, Managing Director von Kuehne+Nagel, stimmt ihm zu: „Wir glauben an den Standort Luxemburg. Hier haben wir Zugriff auf sehr gute Strukturen sowie mehrsprachige Mitarbeiter. Und die Standortfaktoren werden besser.“ Beim anschließenden Cocktail war Zeit, solche Themen zu diskutieren.