LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Corinne Cahen: Es gibt keine Unterschiede bei der Anerkennung von Assistenzhunden

Wer sich als Abgeordneter auf einen Artikel aus der Presse bezieht, dem sollte angeraten sein, dessen Inhalt noch einmal zu verifizieren. Auch Journalisten sind nicht unfehlbar. Eine parlamentarische Anfrage des adr-Abgeordneten Jeff Engelen bezog sich auf die Meldung einer großen luxemburgischen Tageszeitung über den eingeschränkten Zugang beziehungsweise die selektive Vergabe des Titels „Assistenzhund“.

Gleicher als gleich?

Danach würden nur Begleithunde für Körperbehinderte, Diabetiker und Epileptiker offiziell als Assistenzhunde anerkannt. Laut Engelen, hat sich die ASA (Amicale der Assistenzhundeschulen), über diesen „ungerechten“ Zustand beklagt. So würden Begleithunde für psychisch Kranke nicht als solche betrachtet.

Engelen fragte daher bei Familienministerin Corinne Cahen und Gesundheitsminister Etienne Schneider nach, warum das Familienministerium bei der Vergabe des Status „Assistenzhund“ so restriktiv sei. Sollten nicht auch Menschen mit einer psychischen Erkrankung das Recht auf einen anerkannten „Assistenzhund“ haben? Wie wollen die beiden Minister diesen „Missstand“ aus der Welt schaffen?

Nichts dahinter

Die Antwort von Familienministerin Corinne Cahen fällt vergleichsweise knapp aus. Sie zitiert zunächst aus dem Gesetz über den Zugang zu öffentlichen Plätzen für behinderte Personen, die von einem Begleithund unterstützt werden. Die Definition für einen Assistenzhund laute: „Hond deen eng Persoun mat engem Handicap begleet, onofhängeg vum Handicap, an deen dofir forméiert gouf - oder an der Formatioun ass- fir eng Persoun mat engem Handicap an hiren alldeegleche Deplacementer an Akten ze ënnerstëtzen.“

Danach hat jeder Bürger mit einem Handicap - unabhängig von der Art der Behinderung oder der Krankheit - einen Anspruch auf einen Begleithund. Zur Anerkennung als Assistenzhund sei nur ein Zertifikat einer in der EU zugelassenen Hundeschule erforderlich - dieses reiche selbst dann aus, wenn der Hund noch in der Ausbildung ist. Der Besitzer eines Begleithundes könne beim Familienministerium eine Plakette beantragen, die das Tier als amtlich anerkannten „Assistenzhund“ ausweist. Damit werde der Zugang zu Plätzen ermöglicht, die für andere Hunde tabu sind.

Ministerin Cahen weißt noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass ihr Ministerium bei der Anerkennung von Assistenzhunden „nicht selektiv“ vorgeht.