LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Stater Sozialisten appellieren an den Schöffenrat, nicht nur an die Radfahrer zu denken

Um auf einen Entschließungsantrag (Motion) hinzuweisen, den sie am kommenden Montag in den Rat der Stadt Luxemburg einbringen wollen, hatten die Stater Sozialisten gestern zu einem Informationsaustausch auf dem Pariser Platz eingeladen. Trotz der handgemalten Plakate die tapfer hoch gehalten wurden, handelte es sich nach den Worten von Fraktionschef Marc Angel nicht um eine Demo, sondern um eine Sensibilisierungskampagne an ungewohnter Stelle. Der Platz war gut gewählt weil so das Neben- und Miteinander von Fußgängern, Radfahrern, Pkw und unzähligen Bussen deutlich (hörbar) wurde.

Die Kommunalpolitiker der LSAP beziehen sich auf die von der UNO ausgerufene „Woche der Verkehrssicherheit“, die in diesem Jahr ganz auf die Sicherheit der Fußgänger ausgerichtet ist und noch bis zum 12. Mai andauert. Unterstützt wird ihr Appell an den Schöffenrat durch eine EU-Statistik nach der im EU weiten Mittel die Quote der Fußgänger unter den im innerstädtischen Verkehr Verletzten bei 37% liegt, in Luxemburg sind es dahingegen schon 42%. Besonders gefährdet sind, wie könnte es anders sein, Kinder und Senioren.

Fußgänger sind bisher zu kurz gekommen

Fußgängerschutz umfasst aber nicht nur den Aspekt der Verkehrssicherheit, so Marc Angel, sondern auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte. „Außerdem sind wir alle Fußgänger“, so der Rat. Bedauerlich sei, dass es keine gesonderte Statistik über Unfälle auf dem Gebiet der Hauptstadt gibt, mit deren Hilfe könnte man Unfallschwerpunkte und Gefahrenherde erfassen, um diese dann möglichst schnell zu entschärfen oder ganz zu beseitigen.

Der LSAP-Rat sprach dem blau-grünen Schöffenrat seine Anerkennung für dessen Fahrrad-Förderungs-Politik aus, meinte aber, dass bisher die Fußgänger als weiterer Teil der „sanften Mobilität“ nicht genügend berücksichtigt wurden.

In ihrem Entschließungsantrag verlangen die Sozialisten unter anderem einen „Aktionsplan Fußgänger“, die weitere Bildung von Tempo 30, die Bildung einer statistischen Verkehrsüberwachung (Observatoire) für die Hauptstadt und die lange versprochene Realisierung der Fahrradbrücken, die auch den Fußgängern zu gute kämen, zwischen verschiedenen Stadtvierteln wie Cents und Weimerskirch.

Angel zeigte sich zuversichtlich, dass der hauptstädtische Gemeinderat den Entschließungsantrag am Montag, eventuell mit geringen redaktionellen Änderungen, annehmen wird.