LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

CMCM verzeichnet 2019 mehr als 5.000 neue Mitglieder - Kritik an der „Luxembourg Air Rescue“

Die „Caisse Médico-Complémentaire Mutualiste“ (CMCM) kann sich in diesem Jahr über steigende Mitgliederzahlen freuen und kündigt für das kommende Jahr verschiedene Leistungsverbesserungen an. Die gestrige Pressekonferenz nutzte CMCM-Generaldirektor Fabio Secci allerdings auch, um Dampf abzulassen und auf seit Jahren bestehende Spannungen zwischen CMCM und der „Luxembourg Air Rescue“ (LAR) zu reagieren. Ohne sie mit dem Namen zu nennen, reagierte Secci auf Anspielungen und übte gleichzeitig Kritik an Werbungspraktiken der LAR. Er hinterfrage beispielsweise Kampagnen, die darauf hindeuteten, „dass man Mitglied werden soll, bevor es zu spät ist“ oder dass der Vorwurf durchklinge, die CMCM verfüge über Hubschrauber, weil solche als Illustration in der CMCM-Werbung eingesetzt werden. Als „deontologisch verwerflich“ bezeichnete es Fabio Secci, Fotos von Patienten auf der Trage öffentlich zu machen. „Das macht man nicht.“

„Wir sind keine Versicherung“, betonte Secci gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Verwaltungsratspräsident Albert Glod betonte indes, dass „weil wir ja keine kommerzielle Gesellschaft sind“, das „gute Resultat“ an die Mitglieder verteilt werde. „Wir sind nur für unsere Mitglieder da“, ergänzte Secci später, der die gleiche Wertschätzung wie etwa für das Rote Kreuz forderte. „Weit über 90 Prozent“ der Mitgliedsbeiträge kämen den Mitgliedern zugute.

Mehr als 5.000 Verträge wurden seit Jahresbeginn mit der CMCM abgeschlossen bei knapp 1.000 Kündigungen und etwa 1.400 Sterbefällen. Gegenüber dem Vorjahr wurden demnach 30 Prozent mehr Kontrakte abgeschlossen, während die Anzahl der Vertragsauflösungen „leicht zurückging“. 18 Prozent der CMCM-Mitglieder haben sich für das Basisprogramm (régime commun) entschieden, 31 Prozent für Prestaplus, elf Prozent für Denta & Optiplus und die verbleibenden 40 Prozent für das Gesamtpaket entschieden.

Für das kommende Jahr erwartet die CMCM Mitgliedsbeiträge in Höhe von 76 Millionen Euro. In diesem Jahr hat die „Caisse médico“ indes für rund 2.500 übernommene Leistungen jeden Monat rund vier Millionen Euro erstattet, also auf das Jahr gerechnet 48 Millionen Euro. Die CMCM hält immer ausreichende Reserven, um theoretisch ein Jahr lang ohne Beitragszahlungen auszukommen.

Leistungsverbesserungen für zwei Millionen Euro

Für das kommende Jahr kündigte Fabio Secci verschiedene Leistungsverbesserungen an. Die bislang gedeckelte Reiserücktrittsversicherung, wenn beispielsweise ein Familienmitglied
krank wird, deckt künftig dank einer Partnerschaft mit der Bâloise einen Beitrag von 1.500 Euro ab (Allgemeinregime), dies ohne
Einschränkung.

Die für Chiropraktik- und Ostheopatiebehandlungen erstatteten Beträge werden von bislang zehn Euro (Basisregime) beziehungsweise 25 Euro mit dem Prestaplus-Regime auf 50 beziehungsweise 75 Euro erhöht. Secci erklärte die geringen Einstiegsbeträge damit, dass man eine gewisse Vorsicht walten lassen wollte, um zu sehen, wie sich die Nachfrage entwickelt. Die Karenzzeit für das Denta & Optiplus-Regime wird indes von neun auf drei Monate verkürzt. Orthopädische Sohlen erstattet die CMCM bis zum 16. Jahr mit bis zu 50 Euro jährlich. Kompositzahnfüllungen werden mit 25 Euro pro Zahn (maximal 125 Euro jährlich) und Wurzelbehandlungen mit 50 Euro pro Jahr (beide Denta & Optiplus) erstattet. Für kieferorthopädische Behandlungen nach dem 17. Lebensjahr bewilligt die CMCM eine einmalige Beteiligung von 1.000 Euro anstelle von 350 Euro pro versicherter Person. Alles in allem bedeuteten die Leistungsverbesserungen Ausgaben in Höhe von zwei Millionen Euro aus.