LUXEMBURG
CATHERINE FOUSS

Die „Fondation Autisme Luxembourg“ sucht derzeit freiwillige Begleiter für Ferienkolonien mit Personen mit Autismus. Was die Freiwilligen mitbringen sollen und was sie erwartet, erklärt Catherine Fouss, Sachbearbeitern im Freizeitdienst der FAL.

„Die ‚Fondation Autisme Luxembourg‘ ist die einzige Vereinigung in Luxemburg, die Ferienkolonien für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit einer Autismus-Spektrum-Störung anbietet. In diesem Jahr sind noch neun solcher Kolonien geplant. Sie führen etwa an die niederländische Küste, in die Vogesen oder auch nach Hosingen. Ziel ist es, den Betroffenen ein unvergessliches Erlebnis und ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Nun benötigen Personen mit Autismus eine ganz spezifische Betreuung. Sie brauchen Routinen und Bezugspersonen, an die sie sich während der Kolonie, die eine Woche oder fünf Tage dauert, stets wenden können. Wir sprechen also von einer personalisierten Betreuung. Auf einen Teilnehmer kommt also ein Betreuer, während auch immer zwei spezialisierte Betreuer der FAL dabei sind. Mit sechs bis sieben Teilnehmern pro Kolonie werden da schon viele Freiwillige gebraucht. Übers Jahr sind es um die 60. Wir suchen Leute mit einem Mindestalter von 18 Jahren, die entweder Luxemburgisch, Französisch, Deutsch oder Englisch sprechen. Die Begleiter, die eine Kopie ihres Personalausweises, einen Auszug aus dem Strafregister und eine Kopie ihres Führerscheins vorlegen müssen, müssen kurz vor der Ferienwoche an einer Einführung über Autismus teilnehmen. Sie müssen motiviert, aufgeschlossen und respektvoll gegenüber Menschen mit einer Behinderung sein.

Sie dürfen sich auch nicht von Unvorhergesehenem aus der Ruhe bringen lassen. Denn wie Personen mit einer Autismus-Spektrum-Störung sich in bestimmten Situationen verhalten, kann man nicht genau voraussagen. Bei den Betroffenen, die wir kennen und die in unseren Strukturen wohnen, können wir das natürlich etwas besser einschätzen als bei Personen, mit denen wir noch nicht gearbeitet haben.

Eine Ferienkolonie mit Personen mit Autismus ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Die Beteiligung wird übrigens auch vergütet. Während die FAL natürlich die Kosten für Transport, Eintrittsgelder, Kost und Logis der Begleiter übernimmt, gibt es ein Taschengeld von 25 Euro pro Tag.

Wir freuen uns über jegliche ehrenamtliche Hilfe und jegliche Spende für die weitere Gewährleistung der Dienstleistungen unseres Freizeitdienstes. Auch außerhalb der Ferienkolonien sind wir auf die Beteiligung von Freiwilligen angewiesen, etwa wenn wir Aktivitäten oder Stände zum Beispiel für die Sensibilisierung über Autismus organisieren.

Wir bedanken uns jetzt schon für das Engagement eines jeden Interessierten. Die genauen Daten für die Kolonien können auf unserer Webseite www.fal.lu eingesehen werden. Dort gibt es auch alle Details über die Bedingungen für die Betreuung. Sie können gerne den Dienst unter loisirs[at]fal.lu kontaktieren. Aktuelle Informationen finden Interessierte auch auf den sozialen Netzwerken.“