CLAUDE LAMBERTY

Der Bau einer weiteren neuen Halle auf dem INS-Gelände in Cents schlägt weiter hohe Wellen. Ausgang der Diskussion war die Entscheidung, den geplanten Ausbau des INS-Geländes zu verändern. So wurde der geplante Ausbau der Laufbahnen von sechs auf acht Spuren verworfen, was den Bau einer größeren Sporthalle erlauben würde - drei Meter breiter könnte die Halle werden, was Platz für mehr Spielfelder und Sportarten böte. Der Abgeordnete Claude Lamberty richtete sich mit zwei verschiedenen parlamentarischen Fragen an den Sportminister Romain Schneider, wobei es um den Ausbau und die nationale Sportförderung im INS geht. Der Sportminister antwortete nun, dass die Halle mit einem größeren Feld zwar Platz für mehr Sportarten (insbesondere ein Handballfeld) bieten würde, aber sicherheitstechnisch nicht genug Auslauffläche hätte.

„Die Bürgermeisterin der Hauptstadt, Lydie Polfer, hat im RTL Radio bestätigt, dass die Stadt Luxemburg prinzipiell kein Problem mit einer größeren Halle hätte. Wo liegt also das Problem, dass der Sportminister keine größere Halle bauen möchte? Das Argument, die Halle sei zu gefährlich für den Wettbewerb, weil sie zu klein sei, kann ich nicht bestätigen. Erstens handelt es sich lediglich um eine Trainingshalle! Zweitens: Auf welchen Normen und Standardwerten gründen diese Bedenken ? Und drittens, gibt es bereits heute bestehende Hallen, die unter ähnlichen Bedingungen im ganzen Land funktionieren. Im Umkehrschluss würde dies ja bedeuten, dass viele Hallen im Großherzogtum nicht mehr nutzbar wären? Das kann ja unmöglich Sinn der Sache sein.

Bei der geplanten zweiten INS-Halle geht es ja um den Bau einer weiteren Trainingseinrichtung und nicht darum, eine neue Coque mitsamt Zuschauerrängen und internationalen Wettbewerbstandards zu bauen. Die Verbände und die Sportschule brauchen eine weitere Halle zu Trainingszwecken. Es ist verständlich, dass die Verbände auf dem nationalen Sportgelände des INS auf einem Spielfeld mit offiziellen Dimensionen trainieren möchten. Einige Verbände wie der Handball- oder Badmintonverband haben sich ja auch bereits zu Wort gemeldet.

Was bedeutet dieser drei Meter Zwist zwischen den Verbänden und dem Sportminister für die Zukunft des INS und des Sports in Luxemburg generell? Ist das INS, immerhin nationales Sportleistungszentrum, samt Sportschule, als Zukunftsstandort in Frage gestellt wenn schon kleinere Veränderungen im Sinne des Sports nicht verhandelbar sind? Was bedeutet diese Entscheidung für den Elitesport und dessen Förderung? Rückt ein Sportinternat in weite Ferne?

Wenn wir Qualität fördern wollen, wenn der luxemburgische Sport anständig unterstützt werden soll, dann müssen Einrichtungen entstehen, welche auch von möglichst vielen Verbänden und Athleten optimal genützt werden können. Mich würde beispielsweise auch interessieren, was das nationale olympische Komitee (COSL) von der Sache hält - schließlich sind sie als oberstes Sportorgan darauf angewiesen, dass ihre Spitzensportler in den jeweiligen Verbänden das bestmögliche Training absolvieren können.“