LUXEMBURG
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Covid-19: Keine neuen Restriktionen - Regierung appelliert allerdings daran, soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken

227 positive Covid-19-Fälle am Freitag, 175 weitere am Samstag bei 8.192 Tests. 51 Hospitalisierungen wegen Corona, davon vier Patienten auf der Intensivstation. Die Lage an der Corona-Front entspannt sich nicht. Die Regierung sieht allerdings davon ab, neue Restriktionen vorzuschlagen. Das kündigte Premier Xavier Bettel am Samstagabend nach einem ausserordentlichen Regierungsrat am Nachmittag an. Die Lage sei beruhigender als im Ausland, wo bekanntlich wieder mitunter drastische Massnahmen eingeführt werden, um die Pandemie zu bremsen.
Das luxemburgische Gesundheitssystem sei gut aufgestellt. Die Zahl der Corona-Patienten bleibe stabil, das Durchschnittsalter der Patienten sei zudem niedrig. „Normale Aktivitäten in den Spitälern müssen nicht zurückgefahren werden, weil es einen Andrang von Corona-Patienten gibt. Das unterscheidet uns von den Nachbarländern“, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert, die Situation sei weiterhin „relativ im Griff“. 

Neues Testzentrum auf Kirchberg

Damit das so bleibt, appelliert die Regierung daran, die Barrieregesten unbedingt einzuhalten und „die sozialen Kontakte auf ein Minimum zu beschränken“, mahnte der Premier und appellierte: „Wir zählen auf Sie!“ Dort, wo auf Telearbeit zurückgegriffen werden könne, solle man das tun, so Bettel.
Trotzdem gibt es einige Änderungen am Covid-19-Gesetz um „Interpretationsschwierigkeiten“ auszuräumen. So gelten künftig überall wo Essen ausgegeben wird, die Regeln für den Horesca-Bereich gelten, auch im privaten Rahmen, wenn etwa ein Traiteur liefert.
Bei Versammlungen mit mehr als 100 Leuten wird künftig Meldepflicht bestehen und die Pflicht, der Gesundheitsdirektion ein Hygienekonzept vorzulegen. Der Druck auf die Labore, vor denen sich in den letzten Tagen mancherorts lange Warteschlangen bildeten, soll durch die Eröffnung ab 12.00 Montag eines „Centre de prélèvement“ in den ehemaligen Räumlichkeiten der Nationalbibliothek auf Kirchberg (31, Boulevard Adenauer) gelindert werden. Ein Rendez-vous braucht man zwar keins, dafür aber eine Test-Verschreibung vom Arzt. Nur Kinder ab sechs Jahren werden getestet.
Man stehe in Verbindung mit der Armee, um Verstärkung beim „Tracing“ zu bekommen, reagierte Gesundheitsministerin Lenert auf Meldungen von Verzügen bei der Kontaktaufnahme mit potenziell infizierten Personen. Die LSAP-Politikerin forderte die Bürger zudem auf, Buch zu führen, über die Kontakte, die sie haben. Diese Informationen seien von grosser Bedeutung, um Infektionsketten schnell zu identifizieren und zu stoppen.


Studenten im In- und Ausland mitgezählt

Das Gesundheitsministerium gab am Samstag Präzisionen zum Prozentsatz der positiven Covid-19-Fälle in Zusammenhang mit der Bildung. Dieser wurde im Wochenrückblick vom 5. bis 11. Oktober mit 12 Prozent angegeben. Wie Gesundheits- und Bildungsministerien erklären, handelt es bei den Betroffenen nicht allein um Schüler und Lehrer aus dem Grundschul- und Sekundarschulunterricht, sondern auch um die positiv getesteten Studenten der Uni Luxemburg sowie Studenten an ausländischen Unis, die im Grossherzogtum ansässig sind. Die Ministerien geben zu bedenken, dass kürzlich eine Anhäufung der Covid-19-Fälle etwa an den Unis von Leuwen, Namur und Lüttich festgestellt wurde, an denen auch eine Menge Luxemburger studieren. Im Luxemburger Bildungssystem werden derzeit acht positive Fälle im Zusammenhang mit zwei Infektionsketten gezählt, sowie 85 Fälle in einem Szenario mit zwei positiven Schülern in einer Klasse. Unterstrichen wird, dass seit der „Rentrée“ keine grössere Infektionskette in Schulen und Lyzeen festgestellt wurde. Rund 107.000 Schüler besuchen die öffentlichen Schulen und 12.000 Lehrer arbeiten dort.