LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Abschluss des Staatsbesuches des belgischen Königspaares an der Mosel

Zum Abschluss des zweiten Tages ihres Staatsbesuches in Luxemburg hatten König Philippe und Königin Mathilde am Mittwochabend zu einem Konzert mit der „Chapelle Musicale Reine Elisabeth“ in enger Zusammenarbeit mit dem „Orchestre Philharmonique du Luxembourg“ (OPL) in die Philharmonie in Luxemburg-Kirchberg eingeladen. Von der großherzoglichen Familie zugegen waren Großherzog Henri, Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie.

Besuch in der Handelskammer

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Belgien und Luxemburg standen gestern Vormittag in der Handelskammer im Mittelpunkt des Interesses. Nachdem 21 Vereinbarungen zwischen belgischen und luxemburgischen Organisationen unterzeichnet worden waren, die die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter vertiefen sollen, konnten Wirtschaftsminister Etienne Schneider und der Präsident der Handelskammer Luc Frieden König Philippe und Großherzog Henri auf Kirchberg begrüßen. Die belgische Seite war durch den Präsidenten des Verbandes belgischer Unternehmen, Bernard Gilliot, vertreten.

Nachdem die hohen Gäste das goldene Buch der Handelskammer unterzeichnet hatten, stand eine Zusammenkunft mit belgischen und luxemburgischen Unternehmern an, die fünf belgisch-luxemburgische „Success stories“ - unter anderem die Instandsetzung der „nei Bréck“ und das Projekt „Royal Hamilius“ -, vorstellten. Anschließend wohnten die beiden Staatsoberhäupter in der Handelskammer einem Seminar zum Thema „Technology for the financial sector: Belgian-Luxembourg Perspectives and Findings“, unter der Leitung von Claire Tillekearts, CEO von „Flanders Investment & Trade“ bei.

Im Natur- und Forstzentrum Biodiversum im Schengen

Nächste Etappe der königlichen Visite war das Biodiversum in Remerschen, einem in einer außergewöhnlichen Umgebung gelegenen Natur- und Forstzentrum, in dem die natürlichen Ressourcen im Mittelpunkt stehen, die in der Kreislaufwirtschaft bewahrt werden sollen. König Philippe, Königin Mathilde und Großherzog Henri wurden von Umweltministerin Carole Dieschbourg und dem Bürgermeister der Gemeinde Schengen, Michel Gloden, willkommen geheißen. Nachdem die Ministerin das Natur- und Forstzentrum kurz vorgestellt hatte, wohnten die hohen Gäste dem Seminar über die Kreislaufwirtschaft in der Bauindustrie bei. Anschließend besichtigten sie die Ausstellung „De linéaire à circulaire: l’avenir de la construction“ (Von der Einbahnstraße zur Kreislaufwirtschaft: die Zukunft der Bauindustrie), die innovative Technologien und Projekte zu diesem Thema vorstellt.

Auf nach Schengen

In Schengen wurde anschließend das „Centre européen“ besichtigt, wo die Gäste von Corinne Cahen, Ministerin der Großregion, Robert Goebbels, der als Staatssekretär Unterzeichner des gleichnamigen Abkommens für Luxemburg war, und Martina Kneip, Direktorin des „Centre européen Schengen“, begrüßt wurden. Am 14. Juni 1985 wurde bekanntlich das Schengener Abkommen auf der Mosel an der Anlegestelle in Schengen auf dem Fahrtgastschiff „MS Princesse Marie-Astrid“ von den Staatssekretären der Benelux-Staaten, Frankreich und Deutschland unterzeichnet. 25 Jahre später, am 13. Juni 2010, wurde in Erinnerung an dieses Ereignis das „Centre européen Schengen“ (Europäische Museum Schengen) eröffnet.

Moselkreuzfahrt mit der „MS Princesse Marie-Astrid“

Mit der „MS Princesse Marie-Astrid“ ging es anschließend von Schengen nach Stadtredimus. Während des Mittagsessens wurde vor allem das Thema sanfte Mobilität erörtert. Weiter wurden die Themen intelligente Navigation und Multimodalität angeschnitten. Belgische und luxemburgische Akteure tauschten sich während der Moselkreuzfahrt zu diesem Thema aus.

Zu Gast im „Institut Viti-Vinicole“

Letzte Station des dreitägigen Staatsbesuches von König Philippe und Königin Mathilde von Belgien in Luxemburg war das „Institut Viti-Vinicole“ in Remich. Zusammen mit Großherzog Henri wurden die hohen Gäste aus dem Nachbarland von Landwirtschaftsminister Romain Schneider und dem Direktor des „Institut Viti-Vinicole“ in Remich willkommen geheißen. Ley führte die hohen Gäste ins Thema des einheimischen Weinbaus ein, während Serge Fischer, Verantwortlicher der Dienststelle Weinbau, die neuen Technologien und die Forschung im Bereich Weinbau erörterte, und André Mehlen, Chef der Dienststelle Weinkontrolle, über die Hauptcharakteristiken der Weine der luxemburgischen Mosel referierte.

Anschließend war ein Zusammentreffen mit den Akteuren des luxemburgischen Weinbaus vorgesehen. Vonseiten der Produzenten waren zugegen: Josy Gloden, Präsident der „Caves Coopératives - Domaines Vinsmoselle“; Ern Schumacher, Präsident der „Organisation professionnelle des vignerons indépendants“ (OPVI) und Antoine Cladsen, Präsident der Fédération luxemborugeoise des vins et spiritueux“ (FLSV). Weiter vertreten waren die „Confrérie Saint Cunibert“ durch Großmeister Robert Ley und die „Confrérie du Palmberg“ durch Großmeister Jean Duhr, sowie die „Association des LuciliVines- Femmes et vins“ durch Präsidentin Tess Burton.

Vor dem großherzoglichen Palais verabschiedete Großherzog Henri dann König Philippe und Königin Mathilde. Zusammen mit Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie begab sich das Königpaar zum hauptstädtischen Bahnhof, um mit dem Zug nach Brüssel zurück zu reisen.