LUXEMBURG/BERLIN
DANIEL OLY/DPA

Space-Mining, Forschung und Asteroiden - Ein Thema mit Zukunft

Zum Welt-Asteroiden-Tag am 30. Juni wollen Forscher auf die potenzielle Bedrohung durch kosmische Einschläge aufmerksam machen. Dafür traf man sich am gestrigen Dienstag in den Lokalen der Firma „Cisco“ am Kirchberg, um über die Wichtigkeit der Asteroidenforschung und der Abwehrmechanismen zu diskutieren.

Zentraler Gastgeber für den diesjährigen weltweiten Aktionstag ist Luxemburg. Der luxemburgische Vizepremierminister Etienne Schneider wies bei der Konferenz darauf hin, dass Asteroiden sowohl eine Bedrohung für den Planeten als auch eine wirtschaftliche Chance seien: „Tatsächlich bietet die Nutzung von Rohstoffen aus dem Weltraum, sowohl auf der Erde als auch im All, großes Potenzial für künftige technologische Innovationen, wirtschaftliche Aktivität und Wachstum mit einem Versprechen für ökologischen und sozialen Nutzen für die Menschheit“, sagte Schneider.

ZUM EVENT

Der Welt-Asteroiden-Tag

Die Vollversammlung der Vereinten Nationen rief im Herbst 2016 den 30. Juni zum alljährlichen Welt-Asteroiden-Tag ausgerufen. Das Datum markiert den Jahrestag des größten Asteroideneinschlags der jüngeren Geschichte: Am 30. Juni 1908 hatte ein Treffer in der Tunguska-Region in Sibirien rund 2.000 Quadratkilometer unbewohntes Gebiet verwüstet. Zu den maßgeblichen Unterstützern gehört die US-Stiftung B612, die sich dem Schutz der Erde vor Asteroiden widmet sowie die OHB System AG aus Deutschland und dem weltweiten Marktführer für Satelliten, der SES.

Das passe daher auch hervorragend in das momentane Konzept der Erschließung von Ressourcen im Weltraum, das sich die Regierung auf die Fahne geschrieben hat. Die richtige Ausbildung, das richtige Wissen über selbst die kleinsten Himmelskörper sei dabei ein wichtiger Bestandteil. „Asteroiden sind eine Gefahr für uns und unseren Planeten, aber sie sind zugleich eine großartige Gelegenheit, etwas zu lernen“, meinte der Minister abschließend.

Abwehr erlernen

„Asteroiden sind wissenschaftliche Goldminen, die uns viel über die Geschichte und die Dynamik unseres Sonnensystems verraten. Aber sie kollidieren manchmal auch mit der Erde“, betonte der ehemalige US-Astronaut und Vorsitzende der B612-Stiftung, Ed Lu, gestern via Livestream. Der Welt-Asteroiden-Tag soll deshalb die Öffentlichkeit und Politik für diese seltene, aber potenziell desaströse Gefahr sensibilisieren. Die Verteidigung des Planeten Erde vor einem Asteroideneinschlag muss zu einer Priorität werden. Wir wissen, dass Asteroiden eine Gefahr für die Erde darstellen“, unterstrich auch der königlich-britische Hofastronom Lord Martin Rees. „Jüngste Fortschritte in der Sensortechnik haben unsere Möglichkeiten, solche erdnahen Objekte zu entdecken und von ihrem Kurs abzulenken, radikal verbessert.“ Der deutsche Astronaut Alexander Gerst sieht das ähnlich: „Die Frage ist nicht ,ob', sondern ,wann'“. Wichtig sei daher, sich entsprechend vorzubereiten.

Partner wie der Satelliten-Marktführer SES sehen sich in diesen Punkten zwar bereits gut aufgestellt, zum Beispiel durch stete Risikoanalysen und Notfallpläne. Mehr Wissen und öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema sei aber willkommen, meinte Ruy Pinto, Deputy Chief Technology Officer der SES.

Hier gibt’s die ganze Konferenz: http://asteroidday.org/newsroom