LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Auftakt der elften Auflage des Europäischen Kongresses für psychische Gesundheit von Menschen mit geistiger Behinderung

Mehr als 500 Teilnehmer aus 26 Ländern haben sich gestern zum Auftakt der elften Auflage des Europäischen Kongresses für psychische Gesundheit von Menschen mit geistiger Behinderung angekündigt. Zum ersten Mal findet diese alle zwei Jahre organisierte Fachtagung in Luxemburg statt - und das noch bis morgen. Die Europäische Vereinigung für psychische Gesundheit bei geistiger Behinderung (EAMHID), die „Association for Research and Training on Integration in Europe“ und die luxemburgische „Association des Parents d’Enfants Mentalement Handicapés“, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag feiert, wollen mit diesem Event Ärzte, Akademiker, Dienstleister, Experten und Entscheidungsträger zusammenbringen, um darüber zu diskutieren, wie die Lebensqualität für Menschen mit einer geistiger Behinderung verbessert werden kann. Übergeordnetes Ziel sollte es sein, die Fortschritte aus der Forschung in die Weiterbildung der Berufstätigen in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Handicap zu transferieren.

Germain Weber, Vizepräsident der EAMHID - der allen bisherigen Ausgaben beiwohnte -, wusste im Rahmen der Eröffnungszeremonie im Beisein von Erbgroßherzog Guillaume davon zu berichten, welchen Impakt dieses Format haben könne. Er wies ebenfalls darauf hin, dass sich Menschen mit einer geistigen Behinderung überall in Europa vor vielen Barrieren beim Zugang zum Gesundheitssystem wiederfinden.

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt: neues Gesetz bis Ende des Jahres

Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen erinnerte in ihrer Eröffnungsrede daran, dass Luxemburg die UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2011 ratifiziert und dieser Schritt weiterhin einen großen Einfluss auf die Politik haben werde. Die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt nannte Cahen eine „absolute Priorität der Regierung“ und kündigte bis Ende des Jahres ein neues Gesetz an, das Arbeitgebern, die Menschen mit einer Behinderung einstellen, ermöglichen soll, über den Zeitraum von drei Jahren kostenlos auf Experten zurückzugreifen. Gesundheits- und Chancengleichheitsministerin Lydia Mutsch bemerkte anschließend, dass psychische Störungen häufig unerkannt bleiben. Auch sie schnitt das Thema Arbeit an. „Jeder Mensch muss Zugang zur Arbeitswelt haben“, betonte sie und begrüßte in diesem Zusammenhang die Initiative der Regierung zur Schaffung des „Centre d‘évaluation et d‘orientation socio-professionnelle pour les demandeurs d‘emploi ayant le statut du salarié handicapé ou du salarié reclassé“ (COSP-HR)

Auf dem Kongressprogramm stehen bis morgen eine Vielzahl an Symposien, Rundtischgespräche und Vorträge.

Mehr zum Thema unter www.eamhid.lu