LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Sawah“: ein Film von Adolf El Assal über einen Ägypter in Luxemburg

Regisseur Adolf El Assal, kurz Ady genannt, wurde in Ägypten geboren und sein Name bedeutet „Adolf, der Gute“. Er hat die luxemburgische Nationalität angenommen und studierte das Medium Film. 2010 drehte er die Kurzfilme „Manos de Dios“ und „La fameuse route“, bevor 2012 der Spielfilm „Les gars“ folgte. Letztes Jahr konnte er seinen zweiten abendfüllenden Film drehen, „Sawah“, eine Koproduktion zwischen Adys eigener Produktionsfirma Wady Films, der belgischen Caviar Films („Le tout nouveau testament“) und Deal Productions, der Firma von Désirée Nosbusch und Alexandra Hoesdorff, und natürlich mit der finanziellen Unterstützung des Luxemburg Film Fund.

Fataler Zwischenstopp

Samir (Karim Kassem) gewinnt unter dem Pseudonym DJ Skaarab einen Discjockey-Wettbewerb in Ägypten und darf zur Weltmeisterschaft nach Brüssel reisen. Leider streiken die Fluggesellschaften, und so ist in Luxemburg Endstation. Glücklicherweise kann er mit einem Bus in die belgische Hauptstadt weiterfahren. Bei einem Zwischenstopp auf der „Aire de Capellen“ (es ist indes die Tankstation in Livingen) wird er von der Polizei für einen Flüchtling gehalten. Da der Bus bereits wieder abgefahren ist, sind auch seine Papiere weg. Zwei übereifrige Polizisten, Miguel (Nilton Martins) und Tom (Paul Robert), glauben ihm kein Wort und überlassen ihn der ASTI-Mitarbeiterin Elva (Elisabet Johannesdottir), die eine Beziehung mit Miguel hatte. Da kein Platz in einer Auffangstruktur für Flüchtlinge frei ist, bittet sie ihren Freund Daniel (Eric Kabongo), sich um Samir zu kümmern.

Daniel nimmt den DJ in seinem Foodtruck mit auf eine nächtliche Tour durch die Hauptstadt, wo er seine krummen Geschäfte erledigt. Er hat dem Ganoven Zepp (Jean-Luc Couchard) Pässe für seine Tochter Rosa (Mara Taquin) und ihren zukünftigen Mann Charly (Dan Sluijzer) besorgt. Da es aber rumänische Pässe sind, ist Zepp unzufrieden. Er gibt Daniel ein paar Stunden Zeit, um neue zu besorgen. Dieser kennt einen Fälscher in Brüssel, und so könnten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Eine Schlägertruppe von Zepp unter der Leitung von Wesley (Wesley Weigel) glaubt, dass Daniel flüchten will. Sie stoppen ihn und nehmen ihn mit. Samir bleibt allein in der Geografie Luxemburgs zurück. Die Zeit drängt immer mehr, um noch rechtzeitig nach Brüssel zu gelangen.

Stilistisch interessant

Im Film gibt es noch zwei Nebengeschichten, die von Samirs Freundin Amal (Sarrah Abdelrahman), einer Fotografin in Kairo, die in den Wirren am Tahrir-Platz fotografiert, und die von Ramzy (Mourade Zeguendi), den Samir im Bus kennenlernt.

Seit Ady Filme dreht, hat er einen Stil entwickelt, der einen schnellen Schnitt mit einer beweglichen Kamera verbindet, der die Zuschauer bei Laune hält. Das einzige Manko ist die Geschichte, die zu impulsiv ist, im Stil, dass eine Idee direkt gefilmt werden muss, ehe das Für und Wider analysiert und bessere Alternativen gefunden werden. Er benutzt ebenfalls zu viele Klischees, als nach neuen Charakterisierungen von zum Beispiel dem Ganoven und seinen Schlägern zu suchen. Komisch wirkt auch die Haltung von Elva, die den angeblichen Flüchtling in die Obhut eines Kleinganoven übergibt. „Sawah“, was übrigens „Wanderer“ bedeutet, unterhält zwar, aber nicht sehr tiefgründig. Der Film feierte auf dem „Luxembourg City Film Festival“ seine Premiere in Anwesenheit der meisten Hauptdarsteller.