BERLIN
INGO ZWANK/ADLON

Das Hotel Adlon: Luxushotel am Brandenburger Tor - Ein Blick hinter die Kulissen

Mehr als Glanz und Gloria - eben ein Name, der diesen Glanz und die glorreiche Zeit vermittelt: Das „Adlon“, legendäres Hotel, benannt nach seinem Eigentümer Lorenz Adlon, erbaut in den Jahren 1905 bis 1907.

Faszination bereits bei der Anreise

Der aufregende Blick auf das Brandenburger Tor stimmt die Besucher bereits auf einen unvergesslichen Aufenthalt ein. Betritt man dann über den roten Teppich die Lobby, so taucht man in eine „besondere und eigene Welt“ ein, die ihresgleichen sucht. Zwei Jahre Bauzeit und 20 Millionen Goldmark investierte der gebürtige Mainzer Lorenz Adlon, Namensgeber und ursprünglicher Eigentümer, in sein Hotel.

Gäste aus aller Welt lobten das Hotel überschwänglich, als es am 24. Oktober 1907 eröffnet wurde. Das Hotel bildete fortan den Rahmen für ein mondänes, international geprägtes Lebensgefühl in Berlin und stellte gleichzeitig eine Art „neutrales Terrain“ dar, auf dem die Vertreter vieler Nationen ihre politischen Ansichten austauschten. Differenzen und Streitigkeiten zwischen Völkern wurden hier auf „neutralem Gebiet“ erörtert und sehr oft beigelegt, wie den historischen Quellen zu entnehmen ist.

„Neutrales Terrain“

Ein Luxus, den sich zu damaliger Zeit nur Fürsten leisten konnten, wurde nun der politisch-bürgerlichen Welt zugänglich. In den klassisch gestalteten Sälen fanden Kongresse und politische Essen sowie internationale Konferenzen statt, womit das Grandhotel sehr oft in den Brennpunkt internationaler Beziehungen rückte - für die damalige Welt ein absolutes Novum. Doch nicht nur die Politik gab sich hier die Klinge der Drehtür in die Hand. Die vornehmen Familien des europäischen Adels verkauften ihre Domizile in Berlin, um während der Ballsaison in den wunderschönen Suiten des „Hotel Adlon“ zu residieren. Ganze Ministerien der Stadt zogen den prächtigen Kaisersaal ihren eigenen Festsälen vor. Die Gästeliste des Adlon liest sich daher ebenfalls wie ein „Who’s who“-Almanach des „Alten Europa“: Marlene Dietrich logierte in dem von Kaiser Wilhelm II. bevorzugten Hotel ebenso wie John D. Rockefeller, Henry Ford und Franklin D. Roosevelt, Paul von Hindenburg oder auch Friedrich Ebert. Den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs konnte das Adlon nahezu unbeschädigt entgehen. Im April 1945 wurde das Hotel für kurze Zeit in ein Lazarett umgewandelt. Ein nächtlicher Brand zerstörte allerdings den Prachtbau am 3. Mai 1945 bis auf einen Seitenflügel. In der ehemaligen DDR wurde in diesem erhaltenen Flügel ein Hotel eingerichtet, dessen Pagen die Originaluniformen des Adlon tragen durften. 1964 wurde das Haus nochmals renoviert, Anfang der 70er Jahre kam allerdings das (vorläufige) Aus für das Adlon. Es entstand ein Lehrlingswohnheim im Seitenflügel, 1984 wurde auch der letzte Teil des Adlon abgerissen.

Kempinski-Kette übernimmt

Nach dem Fall der Mauer vor nun 25 Jahren konnte die Kempinski Hotelbetriebsgesellschaft die Genehmigung für den Wiederaufbau des „Hotel Adlon“ erwerben. Die Witwe von Louis Adlon, Hedda Adlon, hatte Kempinski schon früh das Ankaufsrecht auf das Grundstück sowie auf den Namen Adlon übertragen, falls irgendwann die Möglichkeit für eine Neuerrichtung des Hotels bestehen sollte. Am 23. August 1997 wurde das legendäre Adlon an seinem historischen Ort vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog in alter Pracht wieder eröffnet - das Adlon stieg wie der Phönix aus der Asche. Schon nach kurzer Zeit war das Haus am Brandenburger Tor wieder angesagter Treffpunkt für internationale Gäste aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Showbusiness - insbesondere galt und gilt das Adlon als Domizil für Staatsgäste aus aller Welt (siehe Bild oben, Momentaufnahme eines Staatsbesuchs).

Um den Gästen noch mehr Komfort und Qualität zu bieten, eröffnete im Jahr 1998 das Gourmet-Restaurant „Lorenz Adlon“ - und bald hatte man sich einen Michelin-Stern erkocht. „Europäisch inspiriert, spannend und ausdrucksstark kochen“, so der Slogan von Küchenchef Hendrik Otto, der sich mit Maître Boris Häbel mittlerweile mit zwei Michelin-Sternen schmücken darf. Im Jahr 2013 folgten Auszeichnungen wie „The World’s Best Hotels 2013“, „World’s Best Places To Stay“, „Top 20 Hotels in Northern Europe“ für das Hotel. Das Adlon verfügt aktuell über 304 Zimmer und 78 Suiten, die teilweise mit einem Blick zum Boulevard „Unter den Linden“ und zum Brandenburger Tor ausgestattet sind. Die Zimmer sind alle mindestens 35 Quadratmeter groß. Darüber hinaus gibt es sechs Allergikerzimmer.

Die verfilmte Geschichte gibt es unter www.adlon.zdf.de / www.kempinski.com/Adlon