LUXEMBURG
PATRICK WELTER/SIMONE MOLITOR

Wenn die Oma nichts mehr erzählt: Die aktive Suche nach der Geschichte der Vorfahren

Woher komme ich? Die Frage hat sich wohl jeder, der sich ein wenig mit seiner Familiengeschichte beschäftigt, schon mal gestellt. Wer oder was waren die Altvorderen? Ist einer meiner Ahnen als Schreiner aus Salzburg gekommen, war französischer Beamter, Bauerntochter aus der Eifel, Kaufmann aus Namur, preußischer Kanonier oder Bergarbeiter aus den Abruzzen? Sind sie bewusst eingewandert oder blieben sie zufällig in Luxemburg hängen? Mit Ausnahme des Adels, der seine Familiengeschichte häufig gut belegt eintausend Jahre zurückverfolgen kann, ist Familiengeschichte eigentlich immer „oral history“. Das bedingt aber zweierlei: Eines Erzählers und eines bereitwillig Zuhörenden. In den klassischen drei-Generationen-Familien ergab sich die Gelegenheit zum Geschichtenerzählen ganz von alleine, oft überspannte sie mehr als drei Generationen, wenn die Großmutter Erzählungen der eigenen Großmutter weitergab. Der gesellschaftliche Wandel hat diese einfachste Art der Ahnenforschung stark zurückgedrängt. Was heute bleibt ist der Weg in die Archive, die Suche im Netz und jede Menge Fleißarbeit.

Lëtzebuerger Journal

Den Vorfahren auf der Spur | Ahnenforschung leicht gemacht

Wer etwas über seine Vorfahren in Erfahrung bringen will, findet im Netz viele  Anhaltspunkte beziehungsweise Ansprechpartner. Am Anfang stellt sich natürlich die Frage: Wie beginne ich meine Familienforschung? Dazu finden sich online einige nützliche Leitfäden (etwa hier: tinyurl.com/LeitfadenAhnenforschung). Das Zusammentragen von Unterlagen der Familie ist der erste Schritt, den man unternehmen sollte. Es erweist sich als nützlich, Eltern, Großeltern und andere Verwandte zu befragen: Jede noch so kleine Information kann von Belang sein.

Nationalarchiv bis luxroots-Gruppe

Seine Suche kann man derweil im Nationalarchiv starten, wo man Einsicht in Dokumente – etwa Personenstandsakten ab 1795 (Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden) - bekommt, die nötig sind, um einen Stammbaum zu erstellen. Man findet wohl Unterstützung, muss sich aber größtenteils selbst um die Nachforschungen kümmern. Weitere Informationen dazu: tinyurl.com/ANluxAhnen

Zusammenarbeit und eine gute Vernetzung sind in der Ahnenforschung von großer Wichtigkeit. In der luxemburgischen Ahnenforschungsgruppe luxroots sind 60 freiwillige Mitarbeiter grenzüberschreitend aktiv. Um möglichst gute Erfolge zu erzielen, leitet die luxroots-Gruppe gleich vier Internetseiten:

luxroots.com liefert alle möglichen Details zu Akten der Geburten/Taufen, Hochzeiten und Todesfälle von Luxemburg und der angrenzenden belgischen deutschen und französischen Regionen

roots.lu ist eine der ältesten luxemburgischen Internetseiten für Ahnenforschungsdaten

luxbooks.lu versteht sich als Internet-Marktplatz: Hier kann man Bücher über Ahnenforschung oder Lokalgeschichte kaufen oder verkaufen

igeanealogy.lu bietet eine Plattform, um die eigenen Forschungsergebnisse einem weltweiten Publikum vorzustellen

Unzählige Anbieter im Netz

Es gibt darüber hinaus im Netz unzählige weitere Anbieter. Das Datenbank-Portal FamilySearch der Mormonen ist mit drei Milliarden Personendaten die größte genealogische Datenbank weltweit (familysearch.org). MyHeritage verfügt über eine globale Datenbank mit mehr als zehn Milliarden historischen Datensätzen, die bei der Recherche der Familiengeschichte helfen (myheritage.fr). Über beeindruckende Genealogie-Datenbanken verfügt auch das Portal ancestry.de, um nur ein paar zu nennen.