LUXEMBURG
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Coronavirus-Krise: Anlaufstellen für psychologische Hilfe verzeichnen Anstieg der Kontaktaufnahmen

Wenn Alltag, Freiheiten und Gewohnheiten dermassen eingeschränkt werden wie derzeit, bleibt das - bei allen digitalen Kommunikations- und Ablenkungsmöglichkeiten - auf Dauer nicht ohne Konsequenzen für das Gemüt.

Bereits Anfang der Woche hat das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend deshalb die Sensibilisierungskampagne „@Home: des gestes simples pour mieux vivre l‘isolement“ gestartet. Neben der Organisation des Tages, sportlicher Aktivität und Vernetztbleiben, wird da auch empfohlen, den geistigen Zustand im Blick zu behalten. Das heißt unter anderem, sich aktiv mit seinen Emotionen auseinander zu setzen, sich bewusst zu werden, was man kontrollieren kann und was nicht und sich nicht schuldig zu fühlen, wenn man die täglichen Ziele unter diesen widrigen Umständen nicht erreicht. Wenn die Situation die Seele trotzdem zu sehr belastet, soll man sich an Profis wenden.

Das Bildungsministerium hat die Helpline 8002 9090 für alle Fragen rund um das „Home schooling“ eingerichtet, die man über das Webportal www.men.lu auch per Formular kontaktieren kann.

Hier wird nicht nur technische Hilfe angeboten, sondern auch psychologische Unterstützung. Die Mannschaft des „Centre psycho-social et d’accompagnement scolaires“, das für alle Beteiligten am Schulwesen ein offenes Ohr hat, also Schüler, Eltern und Lehrer, kann hier helfen. Übers Wochenende sei es noch ruhig gewesen, aber seit Anfang der Woche hätten die Anrufe zugenommen, heißt es aus dem CEPAS. Es melden sich Eltern, die sich „viel Druck machen“, weil sie sich mit der Bildung zu Hause schwer tun und mitunter zudem selbst mit einer oft neuen beruflichen Situation zu kämpfen haben. Viele mussten quasi über Nacht auf „Homeoffice“ umsatteln, auch das geht meist nicht stressfrei. Hilfe gibt es auch beim „Kannerjugendtelefon“ 116111d und beim „Elterentelefon“ 26560555 (alle auch über www.kjt.lu erreichbar). Hier stellt man eine leichte Steigerung der Zahl der Anrufe in den letzten Tagen fest. Die ist bei „SOS Détresse“ (454545.lu) schon massiver. Seit Ausbruch der Coronavirus-Krises seien ein Drittel mehr Anrufe registriert worden, heißt es auf Nachfrage. Am anderen Ende der Leitung sind Menschen, die aus Furcht vor dem Coronavirus anrufen, aber auch weil sie mit dem plötzlichen Wegbruch der gewohnten sozialen Kontakte nicht klar kommen. Bei der „Ligue Luxembourgeoise d‘Hygiène Mentale“ (www.llhm.lu) hat man indes noch keinen ungewöhnlichen Anstieg von Anrufen registriert.

Auch für die Mitarbeiter dieser Dienste stand wegen der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Verbreitung natürlich ziemlich Stress ins Haus, mussten sie sich doch auch umorganisieren um die Kontinuität des Angebots zu gewährleisten. Dass die Beratungen derzeit nur über Telefon oder auf elektronischem Weg stattfinden können, ist nicht ideal, versteht sich aber von selbst in der Krisenlage. Die Kontaktadressen der Mitglieder der „Société Luxembourgeoise de Psychologie“ kann man auf dem Webportal www.slp.lu finden. Außerdem haben bereits eine Menge Gemeinden Hotlines eingerichtet, bei denen sich melden kann, wer in irgendeiner Weise jetzt Hilfe braucht.